Die letzen drei Wochen herrschte bei mir Ruhe. Ich war im Urlaub – und hatte alle meine Aktivitäten auf Null runtergefahren. Außer Schwimmen und Radeln, Genießen und Erleben. Mit langsamer An- und Abreise und viel Zeit zu denken.

Das Nichtstun habe ich praktiziert wie noch nie im Leben. Obwohl wir diesmal zu zehnt gezeltet haben. Und acht kleine Kinder mit uns waren. Mein Resümee: Gerade beim Nichtstun mit Kindern lernt man viel. Besonders, wenn es einem an den Kragen gehen könnte.

Und man ins Feuer gerät.

Wobei das mit dem Feuer nichts Neues ist. Seit Jahrzehnten machen wir fast jedes Jahr mit großer Familie und Freunden ein Biwak in Mani im Süden des Peloponnes von Griechenland. Für mich Städter ist es dort „Natur pur“!

Eigentlich brennt es jeden Sommer in Mani. Mal mehr, mal weniger. Das gehört zum Urlaub schon fast dazu. Die Freunden aus der Heimat riefen dann früher immer bei uns an, um zu schauen, ob wir noch am Leben sind. Weil im deutschen Fernsehen ausgiebig über die griechischen Feuer berichtet wurde.

Und wir sind jeden Tag traurig über die abgebrandten Flächen. Und freuen uns, wenn sie nach ein paar Jahren wieder langsam verheilen.

Heute interessiert das Feuer in Griechenland nicht mehr.

Denn es brennt ja überall auf der Welt – ob in Australien, Süd- oder Nordamerika. Auch in Russland, da sogar in den Permafrostgebieten. Und zwar in einer ganz anderen Dimensionen als in den kleinen europäischen Leuten.

Trotzdem:
Dieses Jahr hat es in Mani deutlich heftiger gebrannt hat als in den letzten Jahrzehnten, in denen wir einen Teil der Brände vor Ort verfolgen konnten. So nah wie dieses Mal kamen uns die Flammen nie, so unheimlich ist es uns noch nie geworden. Gestern kamen wir zurück nach Deutschland. Und heute wollte ich mal wieder etwas aufschreiben, von dem was ich so erlebt habe.

Griechenland war auf das Feuer gut vorbereitet.

Die Griechen haben ihre Löschkapazitäten ausgebaut und viel in Feuer-Katastrophen-Schutz investiert. Der Anlass waren die Flächenbrände der letzten Jahren bei Athen und auf dem Peloponnes.

Früher war das nicht so. Da gab es bei jedem Feuer immer viel Verzweiflung und Chaos. Und man war froh, dass die Brände nicht einen schlimmeren Verlauf genommen haben.

Wie diesmal in Mani die Brände ausgebrochen sind, war kurz später gleich ein ganzer Schwarm von unterschiedlich großen Löschhubschrauber zu sehen, die am Fließband Wasser aus den Buchten holten und auf die Brandherde schütteten. Auch eine Gruppe Löschflugzeuge flog den den ganzen Tag und unterstützte die Bodentruppen. In ganz Mani haben wir an jeder Ecke ein Feuerwehrfahrzeug gesehen.

Im Zentrum der Brände in Drosopigi stand ein nagelneuer Luxusbus, der wie das Mannschaftsgefährt eines Bundesliga-Clubs mit Feuerwehr-Werbung aussah und der offensichtlich als Einsatzzentrale diente. Das alles erweckte Vertrauen, auch weil man den Eindruck hatte, dass die Feuerwehrmänner etwas von ihrem Job verstanden. Ich betone „Männer“, denn eine Feuerwehrfrau habe ich in Griechenland nicht gesehen.
🙁 Da scheint die Welt noch in Ordnung.

Früher war das anders. Nicht dass da mehr Frauen im Kampf gegen den Feuer mitgewirkt hätten. Nein. Aber da gab es bei jedem Brand zu wenig Löschfahrzeuge, -Flieger und -Hubschrauber. Wie auch zu wenig Wasserspeicher und -Infrastruktur und Logistik und Steuerung. Das Ergebnis waren regelmäßig Verletzte und Tote.

Katastrophenvorsorge heißt, sich auf das Feuer vorzubereiten!

Das ist nicht falsch. Nur werden die Ursachen der Feuer vergessen. Die liegt vor allem in der Veränderung des Planeten durch den Menschen. Das mögen die Bewohner des Anthropozän nicht. Da bereitet man sich lieber vor, dass Feuer schnell löschen und bewohnte Gegenden schützen zu können, wenn es brennt. Alle Jahre wieder.

Nur wenige Stunden nach Ausbruch der Brände kam die politische Schuldzuweisung:

ES WAR BRANDSTIFTUNG!

Eine Schuldzuweisung, die zu einem frühen Zeitpunkt nicht belegbar ist. So früh kann man das doch noch gar nicht wissen.

Bränden werden durch viele Ursachen entzündet. Da sind Grablichter dabei, die anläßlich frischen Beerdigungen aufgestellt werden, Zigarettenkippen, die aus Autos geworfen werden, offene Feuerstellen und Kokereien, die nicht korrekt gelöscht wurden.

Es geht hin bis zu bei Glassplittern, die wie ein Parabolspiegel funktionieren sollen. Wird doch das olympische Feuer traditionell im antiken griechischen Olympia auf der Halbinsel Peloponnes mit einem Parabolspiegel entfacht.

Bei der Rückfahrt nach Patras haben wir auch deswegen die „heiligen olympischen Stätten“ besucht, die übrigens angenehm leer waren. Wie auch die Fähren und Straßen. Alles hat gut geklappt, ich meine mal Corona-geschuldet.

Meine Annahme:

Der Verweis auf die anonymen Brandstifter höre ich bei jedem Brand. Sie sollen wohl davon ablenken, dass wir selbst der kollektive Brandstifter sind.

Wir sind daran schuld, dass unser Planet abbrennt. Nicht ein paar verrückte Brandstifter. Obwohl, ein paar tun sich dabei hervor. Nicht nur in USA und Brasilien, sondern auch hier in Deutschland.

Denn, dass wir unsere Lebensgrundlage selber zerstören, das darf doch nicht sein. Und in der Logik alter weißer Männern kann das nicht sein, was nicht sein darf?!

Die Brandstifter werden selten gefunden. Die Voraussetzungen, die es so gut brennen lassen, sind uns gut bekannt: Erwärmung des Planeten, Zunahme von Wind und Trockenheit – ein paar der Auswirkungen des Anthropozäns.

Wir sind alle zusammen die Verursacher für diese und weiteren Katastrophe!

Und deshalb sollten wir alle nicht nur Geld und Ressourcen in beliebiger Höhe für den Kampf gegen die Katastrophen bereitstellen, sondern – noch wichtiger – etwas für das Ändern der Ursachen tuen!

Das heißt, endlich mal etwas für den Planeten tun. Die Opfer müssen ja gar nicht so groß sein, wie sie in der Corona-Manie eingefordert worden sind. Aber vielleicht wirkt die Manie als Teil der Evolution. Und alles wird gut?!

RMD

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