Mauritius, La Réunion, Madagaskar (IV)

(An Stelle eines Reiseberichts:)

Der Weg nach Madagaskar!

Ich versuche ja diesmal nicht so sehr in meinem Reiseberichten über Land und Leute zu berichten. Da gibt es zu einem Land wie Madagaskar schon so viele tolle Medienangebote, so dass ich nicht mehr viel beitragen kann. Deshalb beschränke ich mich auf Persönliches im Umfeld der Reise, Gedanken und Erlebtes.

Das Entdecken anderer Welten

Für mich ist es ein großes Glück, wenn ich andere Plätzen auf dieser Welt besuchen und dort ein wenig leben darf. Bevorzugt mag ich dahin, wo es warm und tropisch ist. Zum Beispiel wie in der Gegend zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis. Also in Afrika, Südamerika oder Teilen von Asiens. Oder in unserem Sommer im Mittelmeerraum.

Da wo es warm ist und die Mentalität der Menschen irgendwie anders als hier, fühle ich mich regelmäßig wie in einem Jungbrunnen. Madagaskar ist ein Musterbeispiel für so ein Gegend, die mich interessiert und in der ich mich wohl fühle. So habe ich es vermutet, bin hingefahren und meine Annahme hat sich bestätigt.

Das Problem

Meistens ist die Anreise zu solchen Zielen sehr lang. Schon zum Äquator ist es weit. Und wenn man so richtig in den Süden will, dann wird es noch weiter.

Diese Ziele erreicht man nicht mit den schönen langsamen Verkehrsmitteln wie Fahrrad, Schiff oder Zug. Man kommt am Flugzeug nicht vorbei. Und das Zeitalter, in dem man in der luxuriösen Kabine eines  Luftschiffes wie einem Zeppelin mit angemessener Geschwindigkeit in ein paar Tagen nach Mombasa reisen konnte, war nur kurz und ist vorbei.

Der Fortschritt hat uns rasende Riesenflieger, wie die Boeing 747 und den Airbus 380 gebracht. Das sind große Röhren, in denen die Menschen sich in vielen Reihe eng rein quetschen müssen. Die Röhre rast dann mit Geschwindigkeiten um 800 km/h in der Eiseskälte von 11 km Höhe durch die Nacht (oder den Tag). Diese Art zu Reisen empfinde ich absolut würdelos.

Flug nach Mauritius

Die Anreise nach Mauritius war wieder so eine Anreise, wie ich sie gar nicht schätze. Der Plan war mit Hanseatic SPIRIT  von Mauritius über La Reunion zur großen Insel Madagaskar zu reisen, diese gründlich zu besuchen und dann wieder zurück nach Mauritius zu fahren. Man muss zuerst nach Mauritius kommen, und dazu muss man fliegen.

Wenn ich die Entfernung von München bis Madagaskar im Netz suche, dann finde ich 8.220 km Luftlinie. Das klingt ja noch halbwegs machbar. Die Flieger sind aber nicht mehr so schnell unterwegs wie im letzten Jahrtausend. Das sind auf jeden Fall mehr als Stunden geht da nichts mehr.

Bei uns der Flug länger. Hin sind wir am späten Nachmittag ab München mit Emerates geflogen. Es war also ein Nachtflug mit einer Zwischenlandung um Mitternacht in Dubai. Von dort ging es weiter nach Mauritius. München-Dubai waren zirka 5,5 Stunden Flugzeit, dann nach dem Umsteigen in Dubai weiter noch mal 6,5 nach Mauritius. In der Summe waren es 12 Flugstunden plus einem Zwischenaufenthalt von geplant knapp 4 Stunden in Dubai, der aber aufgrund einer Verspätung deutlich kürzer war.

Der Rückflug ging tagsüber mit Condor von Mauritius nach Frankfurt. Da betrug die reine Flugzeit über elf und eine dreiviertel Stunden.

Nachteile beim Fliegen

Der größte Nachteil beim Fliegen ist natürlich der viel zu hohe Bedarf an Kerosin sprich fossilen Energien. Überraschenderweise scheinen der moderne Airbus 380 da nicht der wirtschaftlichste zu sein. Aber auch für den Passagier ist der Flug keine Freude. Auch in der business class, die ja den Bedarf an Ressourcen massiv erhöht, macht es keinen Spaß. Der lange Aufenthalt in der Flughöhe ist für mich immer auch ein körperliches Problem.

DAS Cargo-Fliegen

In der Zeit vor meiner Reise habe ich den Medien entnommen, dass das Cargo-Geschäft bei den Airlines floriert. Bei der Lufthansa werden die Deckungsbeiträge im Cargo-Geschäft erzielt. Es gibt neue Anbieter, die sehr erfolgreich sind und überwiegend mit Cargo ihr Geld verdienen. Ein Beispiel ist die Ethopian Airline, die mit dem Slogan „The best Airline in Africa“ wirbt. Auch die machen ihren Umsatz wesentlich im Cargo-Geschäft. Sie sind wohl so erfolgreich, weil sie über sehr billiges Personal verfügen, das sie an eigenen Flugakademien in Äthiopien ausbilden. Auch im Magazin an Bord der Emirate-Flieger wurde ausführlich auf die weltweite Dichte des Emirate-Kargo-Netzes hingewiesen.

Der Eindruck, dass mittlerweile in der Luft mehr für Cargo als für Passagiere ist, wurde bei unserer Zwischenlandung in Frankfurt bestätigt. Der ganze Flughafen sieht aus wie ein großer Gütermarkt. Auf dem ganzen Flughafen werden Flugzeuge be- und entladen.

Zusammenfassung:

Ich bin in meinem Leben viel gereist. Und habe dabei viel Schönes und Wichtiges erlebt. Wenn ich jetzt mir noch mal besondere Orte anschauen will, den ich noch nicht gesehen habe (wie jetzt Madagaskar) oder Freunde oder Verwandte wiedersehen will, die in anderen Kontinenten leben, wird mir – wahrscheinlich zurecht –  ein schlechtes Gewissen gemacht.

Das große Problem erscheint mir eher die Cargo-Fliegerei, an deren Sinn ich wirklich zweifele. Also würde ich als erstes an der Kargo-Fliegerei sparen. Und dem Massentourismus. Und wünschen tue ich mir langsame Flieger, ähnlich wie Nachtzüge oder Schlaf-Kurs-Wagen.

RMD

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