WAHLEN PRO FORMA – Mein Boss hat gesagt …

Mein Boss hat gesagt, dass
er regelmäßig zur Briefwahl gebeten werde.

Das vorletzte Mal ermahnten ihn die Briefwahl-Unterlagen vom GChACM zur Wahl. Als Mitglied sollte er das Präsidium des kleinen deutschen Ablegers der großen ACM (Association for Computing Machinery) wählen.

Es gab vier Ämter zu besetzen. Für jedes Amt kandidierte genau ein Kandidat. So musste er einzigen 4 Kandidaten bestätigen. Dazu musste er auf dem Wahlzettel die einzigen vier Kreise ankreuzen, diesen in den Wahlumschlag stecken, den Wahlschlag zukleben, in den frankierten Briefumschlag stecken und zum Postkasten bringen.

Eigentlich wäre die richtige Wahl der Austritt gewesen, weil das GChACM wie die meisten Vereine dieser Art sowieso keinen Sinn mehr machen. Aber da hätte er so eine Art Beißhemmung gehabt.

Keine zwei Wochen später kamen die nächsten Wahlunterlagen. Schon sein Vater hätte ihn als 18-jährigen mit einem Konto bei der SPARDA versorgt. Die SPARDA ist eine Genossenschaftsbank, bei der man als Kunde Mitglied werden muss. Das hätte sich gelohnt, weil die SPARDA immer gut performt hätte. So hätte die Beteiligung prozentual immer gute Erträge gebracht. 

Jetzt kamen hier auch Unterlagen für die Briefwahl. Der Stimmzettel war nicht so einfach wie bei der Wahl des Vorstandes des GChACM. Es standen zwei Listen zur Auswahl: (1) „Die Liste des Wahlausschusses Ihrer Sparda-Bank München eG“ und (2) die „freie-liste.org CHANCENGLEICHHEIT UND TRANSPARENZ“.

Der Name freie-liste.org klingt ja wie eine Web-Adresse. Klicke ich auf ihn, kommt dann eine Seite, die garantiert nichts mit der Sparda zu tun hat (?).

Auf der ersten Liste standen 24 Kandidaten und drei Ersatzvertreter, auf der zweiten waren es 17 und zwei. Alle mit vollem Namen und Adresse und für die Erreichbarkeit mit Telefonnummer oder E-Mail-Adresse. Um gültig zu wählen, müsse er eine der beiden Listen ankreuzen.

Er kannte keinen der Kandidat:innen. Auch Links auf die Programme der Listen oder einen allgemeinen Informations-Link, der die Aufgaben des zu besetzenden Gremiums beschrieb, hätte er in der Wahleinladung nicht gefunden.

Das alles erschiene ihm ziemlich sinnfrei. Genauso wie die regelmäßigen Wahlen für die Sozial- und Rentenversicherung oder die Krankenversicherung. So komme er zum Schluß, dass demokratische Teilhabe an sich wünschenswert ist. Aber die Wahl von Personen ist immer der falsche Weg. Da müsste man sich langsam etwas besseres einfallen lassen.

Also: #NOVOTING !

Anmerkung:
Ich kenne auch einige kluge Leute, die ich sehr schätze und die schon lange eine Demokratie des #novoting fordern. Selber empfehle ich zu diesem Thema das Video Liquid Democracy.

RMD

 

 

 

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