Im ersten Teil habe ich über Abgründe geschrieben. In die man so stürzt, wenn man zu viel über Gott und die Welt, also Philosophie und Religion nachdenkt. Und eben nicht in die grauenhaften Abgründe steigen, wie es dem von mir so geschätzten Mensch und Autor Herbert Rosendorfer in seinem Meisterwerk
„KADON, EHEMALIGER GOTT“
gelungen ist.
Ich habe versucht, zu schildern, wie es uns da gehen kann. Mit dem andauernden Gehirne und verstandesmäßigen Optimieren – gefördert durch komplizierte, religiöse und philosophische Themen und Diskussionen, die auf den Keks gehen, und uns letzten Endes nur schaden und in den Wahnsinn treiben.
Da hilft nur eins:
Aussteigen!
Im fahrenden Zug die Notbremse ziehen!
Und nichts wie raus!
Das sinkende Schiff verlassen.
Im Flieger zum Fallschirm zu greifen und ab durch die Klappe!
ALSO:
Weniger denken und aufhören, uns zu grämen.
STATT DESSEN:
Einfach LEBEN, FÜHLEN und DAS RICHTIGE TUN.
Ich möchte in eine schöne und einfachere Welt umsteigen. In der man im JETZT leben kann und JENSEITS der komplexen und falschen Realität glücklich sein kann. Und den ganzen Quatsch vergessen, denn ich in Schule und im Religionsunterricht gelernt habe. Und wenn die Zivilisation dabei in Frage gestellt wird.
Eine andere Welt will ich in diesem (dem zweiten) Teil beschreiben. Und in diesem die Welt der Dämonen verlassen. Und ein zufriedener Mensch werden.
Mein Ausflug in die Welt der Philosophie und Religion war zwar spannend aber unheilvoll. Ich habe nach Gott und der Wahrheit gesucht. Und bin daran gescheitert.
Ich meine, ich war lebenslänglich auf der Suche nach der Biophilie. Und um die Ecke lauerte die Nekrophilie. Und hätte mich fast verschlungen.
Die letzten Jahre, besonders nach meinem Zusammenbruch, bin ich in die Nekrophilie abgerutscht. Mit dem Lesebuch „vom glückenden Leben“ wollte ich eine biophilie Botschaft herausgeben.
Ich habe nicht aufgepasst und zu viele nekrophile Artikel sind ins Lesebuch reingerutscht. Die schlimmsten waren mit Sternchen markiert. Die Sterne standen als ironische Hinweise: Ein * „geeignet für große Kinder“, zwei ** „für kleine Kinder“.
Das war mal wieder so ein Fall von „gut gedacht aber schlecht gemacht“. So ist es halt im Leben – shit happens.
Jetzt aber Schluss mit Jammern!
Und hinein in den Teil 2 meiner Geschichte:
Rein ins JETZT und ins LEBEN! Raus aus dem „WENN und ABER“ des HIRNENs über SEIN und NICHTSEIN, des Grübelns über GUT und BÖSE, der ANMAßUNG, bewerten zu wollen, was SCHULD und SÜHNE sind.
Denn das ist Leben ist immer ambivalent. Mensch sein bedeutet mit BIAS und AMBIGUITY leben zu müssen.
Vielleicht versuche ich später noch einen Teil 3 des DAZWISCHEN zu schreiben. Also einen Leitfaden, wie man sich im DAZWISCHEN bewegen kann. Ohne unter zugehen und zu verzweifeln.
TEIL 2: Realität: Die schöne Welt der Gefühle
Denn es gibt eine andere Welt.
Vor wenigen Tagen. Anfang Mai! Der Frühling beginnt. Wir wollen in die Stadt. Zum Marienplatz, es ist der erste Stadtbummel nach fast zwei Jahren Unterbrechung als Folge meines Zusammenbruchs und der folgenden Krankenhaus-Aufhalte. Es ist ein wunderschöner Tag. Wir fahren nach Neubiberg. Dann mit der S-Bahn weiter zum Ostbahnhof. Mit der Straßenbahn gehts zum Nationaltheater. Wir bummeln durch die Fussgänger-Zonen. Durchqueren das Kaufhaus Manufactum.
Ich bin das erste Mal nach langer Zeit wieder Shopping. „Freude kaufen“. Und werde fündig. Ich verliebe mich in ein Kupfergefäß mit Messing-Griff. Wunderschön gearbeitet. Und kaufe mir dieses.
Weiter geht es zum Poseidon am Viktualienmarkt. Dort gibt es eine tolle Bouillabaisse. Wir finden einen Platz in der warmen Frühlingssonne. Es ist warm, der Himmelstern brennt am Mittag und das Käppi schützt uns vor seinen Strahlen.
Zu Fuß geht es weiter hinein „ins Tal“.
Ein kleiner Wermutstropfen: Beim Globetrotter im II.Stock in der DAV-Abteilung gibt es das gute Brot aus dem Oberland nicht mehr, das wir immer gerne gegessen haben. Auch die Filiale vom Wimmer (ganz in der Nähe des Indian Mango, beide Lokale habe ich als City Office genutzt) gibt es nicht mehr. Da war ich oft mit Freunden und Partnern. Da gab es immer gute Nussschnecken und die Menschen dort waren immer sehr freudlich. Schade, ich wollte da einen Kaffee und etwas Süsses genießen.
Die Heimfahrt mit der S-Bahn war schön.
Daheim gönne ich mir den verdienten Nachmittags-Kaffee. Will das neue Kupfergefäß gleich zum Milchschäumen einsetzen. Da finde ich die Gebrauchsanweisung. Das Kupfergefäß ist ist als Trinkgefäss gedacht für den „MOSCOW MULE“ gedacht. Einen Drink mit (sehr) vielen Eiswürfeln. Weil Kupfer Kälte so gut leitet.
Ich frage dann GEMINI (die von mir bevorzugte KI), ob ich mit einem solchen Kupfer-Gefäß überhaupt Milchschaum zu bereiten sollte. Vielleicht gibt es da sogar gesundheitliche Risiken?
Gemini beruhigt mich. Mit einem Kupfergefäß wäre die Zubereitung von Milchschau auch sehr gut möglich. Allerdings sollte der Barrista da ein gewisses Können habe. Das traue ich mir zu und bin zufrieden.
Gemini scherzt dann nicht. Vielleicht hätte ich jetzt den MOSCOW CAPPUCCINO erfunden. Und würde dann als erster Mensch den morgendlichen Cappuccino aus dem selben Behältnis genießen wie den nachmittäglichen MOSCOW CAPPUCCINO. Wenn das keine Lebensqualität wäre.
Das gefällt mir. Wenn das keine Lebensqualität ist!
Heute werden wir nochmal öffentlich fahren. Mit MVV und Falträdern ins Metropol nach Freimann. Zu den Doors! Nein, es es ist nur eine weitere Aufführung der Reihe …, diesmal gewidmet ihrem Sänger Jim Morrison.
Denn am Abend gehen wir ins Theater. Ins Metropol nach Freimann! Wir machen uns wieder auf den Weg. Mit der S-Bahn zum Marienplatz. Dann weiter mit der U-Bahn nach Freimann. Da ich zu Fuß nicht mehr so gut unterwegs bin, legen wir die Wege zum Bahnhof Neubiberg und in Freimann ins Metropol mit unseren beiden Bromptons (unsere kleinen Falträder, die man im MVV umsonst mitnehmen kann) zurück.
Vor Ort angekommen verbringen wir die Wartezeit im schönen Foyer des Metropol-Theaters. Es gibt Oliven und ein bisschen Weissbrot. Dazu ein kleines Bier.
Dann sehen wir ein tolles Stück. Wir erleben ein Wahnsinns-Konzert, eingebettet in eine schöne Erzählung. Die Musik meiner Jugend, die Melodien der Doors, die 1968-Jahre, verzaubert mich. Sie erinnert mich an an meine verrückte in Augsburg in den 60iger Jahren und meinen Freund Harald, der unter dem Pseudonym „WENDELIN DILLMEYER“ seine Gedichte geschrieben und in unserer Schülerzeitung veröffentlicht hat …
Die Heimfahrt mit U-Bahn, S-Bahn und Bromptons macht richtig Spass. Zufrieden und rechtschaffen müde gehen wir schlafen.
Es war ein wunderschöner Abend!
Wir haben gelebt. Und uns nicht unangemessen über die Welt erhoben und dummes Zeug gedacht.
Vielleicht schreibe ich ja noch eine FORTSETZUNG:
Zwischen Realität und Abgrund.
TEIl 3: Das ZWISCHEN als Schlußfolgerung
Und versuche die Fragen zu beantworten:
Wie lebe ich mit der Ambivalenz beider Welten aus Teil 1 und 2?
Was ist die Schlussfolgerung?
(Teil 3 folgt dann noch.)
RMD
P.S.
Das Titelbild ist eine Photographie aus der der nr. 23 der Schülerzeitung die brücke des Jakob-Fugger-Gymnasiums in Augsburg, die ich mit Freunden gemacht habe. Sie zeigt die Seite Nr. 46 mit zwei Gedichten von Wendelin Dillmeyer. Der Autor war mein Freund und Mitschüler, der als „großer“ Geist unter diesem Künstlernamen seine Gedichte veröffentlichte.
(Schon als Heranwachsende haben wir uns das Leben schwer gemacht. Und zuviel gedacht!)


