NARRATIV – noch drei BEISPIELE

In den letzten beiden Artikeln habe ich mich nach Jahren mal wieder mit dem Prinzip VUCA und seinen Aposteln beschäftigt.
(Noch mal zur Erinnerung:
VUCA steht für  – VolatilityU – Uncertainty, C – Complexity und A – Ambiguity).
Da kam ich um den BEGRIFF des NARRATIVs nicht herum. Weil nichts macht die ambivalente Problematik (A – Ambiguity) so klar wie die Beobachtung und der Vergleich auseinander klaffender Narrative zum selben Thema.

Um das zu „illustrieren“ (mehr können sie nicht) bringe ich noch mal drei Beispiele:


Ich beginne ganz oben! Bei den vielleicht wichtigsten Wesen unserer Zivilisation:

BEISPIEL 1:
GOTT und MENSCH

Die Geschichten von Gott und Mensch reduzieren sich am Ende auf zwei NARRATIV-Typen.

  • GOTT hat den Mensch erfunden.
    Das erscheint mir als das Narrativ der westlichen Zivilisation (beeinflußt / gesteuert von monotheistischer Religion)
    oder
  • Der MENSCH hat Gott erfunden
    (Narrativ der westlichen Zivilisation ab der Aufklärung)

Die Unterschiedlichkeit der beiden Narrative erkläre ich nicht, das soll (kann) jeder Mensch sich überlegen.

Als nächst Beispiel nehme ich aus aktuellem Anlass einen Philosophen, der uns viel gegeben hat.

BEISPIEL 2:
Das Leben des FRIEDRICH ERNST JÜRGEN HABERMAS
(* 18. Juni 1929 in Düsseldorf; † 14. März 2026 in Starnberg)

  • Herr Habermas war der größte zeitgenössische deutsche Philosoph.
  • Herr Habermas herab vom Elfenbeinturm der Philosophie viele Menschen verwirrt.

Ich kenne viele Menschen, die mit Leuten wie Habermas (oder Heidegger) gar nichts anfangen können und  die Geisteswissenschaften ganz allgemein als Selbstzweck und geistige Onanie empfinden, bei der sie den praktischen Nutzen vermissen. Oft bin ich mir da auch selber nicht sicher, ob dieses viele und komplizierte DENKEN wirklich so wichtig ist, wie ich mal dachte und ob man sich nicht auf FÜHLEN, LIEBEN und LEBEN beschränken sollte.

Weil „vernünftige“ und „anständige“ Menschen all die abstrakten und komplizierten Konstrukte und Debatten zum Erklären und Verstehen der Welt gar nicht brauchen. Diese Kritik trifft auch die mir wichtige Biophilie (also die Liebe zum Leben). Denn auch für die „Liebe zum Leben“ gilt, das TUN vor darüber REDEN geht.

Zur Versöhnung bringe ich noch ein harmloses Beispiel, das hoffentlich nicht so stark emotional polarisiert:

BEISPIEL 3:
Die ALPEN-Überquerung mit dem Fahrrad.

  • Auf meiner Alpen-Überquerung war ich der glücklichste Mensch der Welt!
    In der Tat hatte ich ein einzigartiges (einmalig in meinem Leben) Erlebnis von Natur und ihrer Schönheit an einem Morgens bei der Weiterfahrt in einer kleinen Gruppe von der Heidelberger Hütte.
  • Meine Alpen-Überquerung war die Hölle!
    Auch das habe ich erlebt. Und war glücklich, wie ich es überlebt hatte. Einmal bin ich nicht gefahren bin, weil der Wetterbericht für Ende Juni Schnee vorhergesagt hatte. Da war ich anschließend froh, dass ich das Rad spontan in den Zug nach Rom gestellt habe.

Man sieht: Auch Radeln in den Alpen ist ambivalent 🙂

Vulgo:
Auch beim Radeln hilft – wie immer im Leben – das Philosophieren überhaupt nichts. Man muss es einfach machen und dabei halt den gesunden Menschenverstand soweit wie möglich nutzen bzw. zumindest diesen nicht ignorieren.

Das gilt sowohl für das Radeln wie für das Philosophieren. 🙂

RMD

Twitter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Suche

Kategorien

Aktuelle Umfrage

Wie würden Sie die EURO-Krise meistern?

Ergebnisse anzeigen

Wird geladen ... Wird geladen ...

Quo vadis - Germania?

Düstere Zukunft: Es sieht wirklich nicht mehr gut aus. Dank wem?

Weltschmerz am Sonntag!

Offener Brief an einen Freund.

Zeitenwende: Das Ende der digitalen Welt?

Stoffsammlung zu meinen Vortrag - "Gedanken zur post-digitalen Gesellschaft"
SUCHE
Drücken Sie "Enter" zum Starten der Suche