Das war mein letzter Artikel. In dem habe ich (gemeinsam mit gemini 🙂 ) versucht zu erklären, was VUCA ist.
(Ich erinnere:
VUCA steht für U – Volatility, U – Uncertainty, C – Complexity und A – Ambiguity).
Und wie ich mit VUCA umgegangen bin. Und war um ich dank VUCA zum „agile manifesto“ oder „Hans Ulrich (St. Gallen)“ kam.
VUCA hat mich so beeindruckt, dass ich diesem Thema sogar Vorträge gewidmet habe. Mein Credo war, dass VUCA nur ein neues buzzword, aber an sich nichts Neues wäre. Dass das Leben schon immer und zu allen Zeiten VUCA sein würde. Das war einfach, denn natürlich war Leben schon immer VUCA. Die Beispiele haben sich nur so aufgedrängt.
Vielleicht ist VUCA ausreichend, um zu beschreiben, was Leben ist?
Und VUCA eigentlich nur eine Art Synonym für Leben ist!
Aber geben wir mal den VUCA-Aposteln recht, die behaupten, dass das moderne Leben immer mehr VUCA werden würde?
Was wäre dann?
Vor VUCA war die Aufklärung.
Die Aufklärung hat mit alten Gespenstern aufgeräumt. Sie hat versucht Klarheit zu schaffen. Sie hat uns gelehrt, zwischen Realität und Wirklichkeit, Wahrheit und Gewissheit und zwischen Ethik und Moral sauber und penibel zu unterscheiden.
Was ist, wenn die Aufklärung uns reingelegt hat? Wenn es zwischen Ethik und Moral gar keinen Unterschied gibt? Wenn es die Wahrheit gar nicht gibt und die Gewissheit die einzige Form von Wahrheit ist? Wenn Realität und Wirklichkeit gar nicht unterscheidbar ist. Weil es immer nur um „Narrative“ geht, die je nach Betrachtung und Betrachter dann „wahr“ oder „falsch“ sind. Oder wenn es den Gegensatz der Logik von wahr oder falsch gar nicht gibt, sondern etwas gleichzeitig wahr und falsch sein kann?
Sind wir dann mit unserem Latein am Ende?
Oder
Haben wir dann alle Probleme gelöst?
Ich weiß es nicht?
Ich möchte noch den Begriff des Narrativs einführen. Dazu befrage ich wieder mal Gemini:
Was ist ein Narrativ?
(gemini schreibt):
Ein Narrativ ist weit mehr als nur eine einfache Geschichte. Während eine Geschichte meist einen klaren Anfang und ein Ende hat (z. B. ein Märchen), ist ein Narrativ eine sinnstiftende Erzählung, die beeinflusst, wie wir die Welt wahrnehmen und bewerten.
Man kann es sich wie eine Brille vorstellen, durch die wir Tatsachen betrachten. Das Narrativ ordnet lose Ereignisse so an, dass sie eine bestimmte Bedeutung ergeben.
Die Kernmerkmale eines Narrativs
Narrative stiften:
Sinn:
Es erklärt das „Warum“. Es verknüpft Ereignisse zu einer logischen Kette, um Werte oder Ideologien zu transportieren.
Identität:
Narrative sagen uns, wer „wir“ sind und wer „die anderen“ sind (z. B. das Narrativ vom „Tellerwäscher zum Millionär“ als Teil des American Dream).
und leiten
Handlungen:
Wenn Menschen an ein bestimmtes Narrativ glauben, beeinflusst das ihr Verhalten und ihre politischen Entscheidungen.
(soweit gemini)
Das will ich an drei Beispielen klar machen.
BEISPIEL 1
Der Ukraine-Krieg
Das ist ein schreckliches Beispiel für unterschiedliche Narritative. Das „westliche“ ist das bei uns das alleinig „salon fähige“ und bestimmt Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Das andere Narrativ, das „russische“ ist bei uns als „politisch inkorrekt. geächtet. Die Narrative sind aber so verhärtet, das man den dialektischen Diskurs scheut, sich aber lieber dafür auf den Schlachtfeldern zerfleischt und massenmordetl
BEISPIEL 2
Die Geschichte mit dem Automobil
Dem einen ist das Automobil der alternativlos Glücksbringer der Mobilität, dem anderen der Hauptverursacher der Zerstörung des Planeten und der Verursacher von mehr als einer Million von Verkehrstoten und Millionen von Verletzten
BEISPIEL 3
Die Jeffrey Epstein-Saga.
Für viele Menschen ist Jeffrey Epstein ganz schlicht ein widerwärtiger Sexualverbrecher. Vielleicht kann man aber auch als kranken Sexualstraftäter erzählen, der schlicht zum Opfer seiner Triebe wurden und so nach unseren Maßstäben gar nicht schuldfähig ist.
Ich habe hier drei große (extreme) Beispiele gebracht. An kleinen Narrativen im „täglichen Leben“ fallen mir beliebig viele ein. Spannend wird es, wenn man beginnt Religion, Philosophie oder auch die Aufklärung selbst als Narrativ zu betrachten.
RMD
P.S:
Das Titelbild „IMAGINE“ (2026 © Jolly Kunjappu) ist von meinem Freund Jolly Kunjappu. Ich nutze sie so gerne, weil sie perfekt meine Botschaften ausdrücken.