In diesem Artikel geht es nicht um Brücken, die Ströme überqueren (also nicht um so etwas die golden gate in San Francisko) und auch nicht um Brücken, die Gräben gleich welcher Art überwinden helfen, sondern über ganz banale „Eselsbrücken“. Also Brücken für Esel, die helfen sollen, sich wichtige Begriffe, die zusammen gehören, zu merken.
Bei mir geht es da um zwei Eselsbrücken, die jeweils vier irgendwie zusammen gehörende Begriffe „merkbar“ machen sollen. Die nach meiner Bewertung ihren Wert haben, wenn es darum geht, Menschen zu verstehen.
Meine Eselsbrücken heißen WEIB und VUCA
WEIB
WEIB ist aus dem Deutschen, hat aber nichts mit dem anderen Geschlecht zu tun. Viel mehr dient diese Abkürzung als Eselsbrücke beim Versuch, einen anderen Menschen als Person (Individuum, also auf der personalen Ebene) zu verstehen.
WEIB steht für W – Werte, E – Erwartungen, I – Interessen und B – Bedürfnisse.
Ich versuche, wenn möglich, „alterozentriert“ zu kommunizieren. Mich also in meinen Gesprächspartner hinein zu versetzen. Weil ich wissen will, was ihn bewegt und antreibt.
Das gelingt mir am besten, wenn ich mich an dessen „WEIB“ orientiere. Ich möchte seine Werte, seine Erwartungen (vielleicht sind beim „E“ auch seine Erfahrungen wichtig) kennen lernen und die Interessen und Bedürfnisse des Gesprächspartner verstehen und annehmen können. Also die Dinge, um die es geht, auch aus seiner Sicht sehen können.
Auch das Bewusstsein, dass viele Menschen ihr Leben in unser Gesellschaft als ziemlich VUCA empfinden, hat mir immer sehr geholfen, die Probleme der Menschen zu verstehen und so kommunikativ gute Ergebnisse zu erzielen.
VUCA
VUCA stammt aus dem Englischen, passt aber auch im Deutschen. Es bringt hilft auch beim Verstehen von Menschen. VUCA wird hilfreich, wenn es darum geht, die Situation von Menschen in einer Gruppe oder Menge (crowd) zu verstehen. Weil ich ja auch wissen möchte, wie sich mein Gesprächspartner im Rahmen seines sozialen Systems sieht.
VUCA steht für V – Volatility, U – Uncertainty, C – Complexity und A – Ambiguity.
(auf Deutsch: Zukunft ist vuka:)
vuka v – volatil, u – ungewiss, k – komplex und a – ambivalent
Das V steht auch für Vulnerability (Vulnerabilität, Verwundbarkeit, Verletzbarkeit, Veränderung)
VUCA kann beim Verstehen auch der gesellschaftlichen Sorgen und Ängste von Menschen helfen, die noch über deren persönliche hinaus gehen.
Wenn die allgemeine Entwicklung (Zukunft) als immer volatiler, ungewisser, komplexer und ambivalenter erscheint, und auch die Bedrohung durch Veränderung steigt und die Angst vor Verletzbarkeit immer stärker wird, und so das System immer mehr den personalen Werten, Erwartungen, Interessen und Bedürfnissen entgegen zu stehen scheint, dann entsteht in der Gesellschaft, in den Unternehmen und auch in der Politik Handlungsbedarf.
Zusammenfassung:
So gesehen sind VUCA und WEIB zwei „keywords“. Wenn man sie nutzt, gelingt altero-zentrierte Kommunikation besser. Man versteht dann Motivation und Selbstverständnis des Gesprächspartners besser, wenn man sich „individuell“ an seinem WEIB und systemisch am vorherrschenden VUCA orientiert.
Das habe ich mehrfach in meinen Vorträgen behandelt. So sind diese Begriffe auch hier im Blog mehrfach aufgetaucht.
RMD
À propos Eselsbrücke:
Hier meine Signatur 🥸🫏 , die ich gerne im „chat“ verwende. Ihr dürft Euch raussuchen, ob diese für alter oder grauer Esel steht – oder für beides. 😃
P.S.
Fürs Titelbild geht der Dank diesmal an „Pexels“ und Naveen Ketterer!