Unternehmertagebuch #91 – Nicht agil oder agil mal anders.

Im letzten Beitrag meines Unternehmertagebuch habe ich versucht zu beschreiben, was einen wirklich guten Manager so ausmachen könnte. Und ich habe gefordert, dass dieser agil handeln und entscheiden müsse.

Aber was heißt das, agil? Dazu beginne ich mit dem Gegenteil (dogmatisch?):

Nicht-agile Entscheidungen erlebe ich immer dann, wenn die Entscheider sich im Besitz der Wahrheit wähnen und genauso die Welt und die Konstrukte ihres sozialen Systems bedingungslos übernehmen ohne sie zu hinterfragen. Also über eine nicht reflektierte persönliche und systemische „Vorurteilsstruktur“ verfügen. Wenn diese Vorurteilsstruktur Basis aller Überlegungen ist  und aus ihr mit dominanter Logik zwingend Entscheidungen entwickelt werden, dann kommt es meistens zu unsinnigen Handlungen mit schädlichen Folgen.

Der einfache Grund dafür ist, dass die Welt halt anders tickt, als man denkt. Wenn die vermeintlichen Gewissheiten nicht hinterfragt, emotionaler Einfluss und eigenes empathisches Aufnehmen anderer Meinungen nicht zugelassen wird und Warnungen als unbequem empfunden, unterdrückt oder ignoriert werden, dann passiert es:
Aus „Verantwortungs-Ethik“ wird „Pflicht-Ethik“, die alles Handeln aus der Treue zum System heraus rechtfertigt – auch wenn dieses Handeln dem System und den Menschen schadet.

Agil sein dagegen heißt, immer wieder anderen wie sich selber (!) Fragen zu stellen wie „Woher weißt Du das?“ oder „Woher weißt Du, dass das richtig ist“ und vielleicht unangenehmen Antworten nicht auszuweichen. Also immun sein gegen „das macht man so“ und „das ist halt so“ und immer versuchen, die eigenen Konstrukte mit den Konstrukten anderer Menschen abzugleichen und wenn möglich an der Realität zu validieren.

Das wäre die wichtigste Voraussetzung für einen agilen Manager.

RMD

P.S.
Alle Artikel meines Unternehmertagebuchs findet man in der Drehscheibe!

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