Projektende BALDES / DÜRRE

Die letzten fast vier Jahre habe ich intensiv mit Wolfgang Baldes zusammengearbeitet. Wir verabscheuen beide Gewalt und Krieg und treten absolut für Gewaltfreiheit und Frieden ein. Außerdem wollten wir vermeiden, dass das Werk meines Lehrers und seines Onkels, Rupert Lay, in Vergessenheit gerät. Das war unsere Motivation. So sind wir Partner geworden.

Wir haben verschiedene Aktivitäten im Rahmen eines „Biophilie-Projekts“ aufgesetzt, mit denen ich meinen vorherigen Einsatz für Rupert Lay und sein Werk in Youtube und im Ronneburger Kreis fortgesetzt habe.

  1. Wir haben Rupert Lay’s posthumes Werk „Im Kerker des Selbstverständlichen – Ein Befreiungsversuch“ in digital lesbarer Form (for free) und als Hörbuch (im Yonde-Verlag) herausgegeben (und finanziert).
  2. Mit dem auch frei verfügbarem biophilen Lesebuch Vom glückendem Leben haben wir eine Artikel-Sammlung erstellt, diese digital veröffentlicht und soweit notwendig finanziert. Dazu habe ich auch Artikel aus meinem Freundeskreis eingebracht.
  3. Weiter haben wir eine „kommentierte Lesung“ auf Basis unseres Lesebuchs konzipiert und sind damit zweimal (in Gröbenzell und Hohenbrunn) ehrenamtlich öffentlich aufgetreten. Besonders die Lesung in Hohenbrunn war ein schönes Erlebnis für uns und alle Zuhörer.
  4. Wir haben – auch als Ergänzung zum Hörbuch – mehrere Folgen eines Podcast Werkstattgespräch realisiert, den ich gelungen fand. Den würde ich am Leben lassen, aber nicht fortsetzen.
  5. Mein Ziel war es noch, eine Art kulturell-künstlerischen regelmäßigen Treffpunkt im Südosten Münchens aufzubauen, um sich im kleinen Kreis zu treffen und gemeinsam mit Partnern und Freunden ein bisschen mehr Friede und Gewaltfreiheit in Freude zu realisieren.

Bei den Punkten 1 – 4 waren wir erfolgreich. Aus dem Punkt 5 nun wird nichts mehr.

Denn gestern habe ich die Zusammenarbeit mit Wolfgang final beendet. Wir sind zu verschieden: Unsere Weltanschauungen, Ziele, Werte, Erwartungen, Bedürfnisse, individuelle Persönlichkeiten, personale Sozialisierungen und berufliche Prägung waren – bis auf den gemeinsamen Wunsch nach Frieden – zu verschieden. So haben wir die Aussichten auf einen Erfolg des Projekts zerstört.

Wir sind an unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten bei den wesentlichen Fragen der Welt gescheitert. Der Zug fuhr immer schneller in eine Richtung, die ich nicht mehr aushalten konnte. So habe ich die Notbremse gezogen und bin ausgestiegen.

Was bedeutet das?

Ich meine:

Mit dem Hörbuch haben wir ein wunderbares Produkt geschaffen, das seinen Weg machen wird. Oder auch nicht. Wir werden es sehen.

Ich hoffe, dass das biophile Lesebuch erhalten bleibt. Obwohl es Texte enthält, die mir nicht gefallen, kann man es als „meditative und kontemplative“ Text-Sammlung stehen und verfügbar lassen. Das ist zumindest mein Vorschlag. Ich behalte mir vor, später mal eine Kritik am Hörbuch (also auch an mir selber) zu schreiben. Einfach um die Fragen zu beantworten: Was ist schief gelaufen ist und wie könnte man es heute besser machen?
(Die Erben eines namhaften Autors haben die Veröffentlichung dessen Beiträge in unserem Hörbuch abgelehnt. Das fand ich damals sehr schade. Wenn ich aber deren Gründe aufmerksamer gelesen und ernster genommen hätte, wäre ich wahrscheinlich schon früher ausgestiegen).

Mit den öffentlichen Auftritten und einer weiteren Zusammenarbeit in zukünftigen Projekten ist aber vorbei. Man soll „Ja nie nie sagen“, aber in diesem Fall scheint ein Hohenbrunn II mir nicht mehr möglich.

Also bitte keine Anfragen mehr zu Auftritten BALDES / DÜRRE. Tut mir leid, es ist vorbei.

RMD

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