IF-Blog reloaded (III) – Vom IF-Blog zum „Dossier Digital“

Ein Blog, der für sich reklamiert, die Zukunftsfähigkeit von gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Akteuren zu untersuchen, braucht selbst eine klare Perspektive. Unsere ist es, langfristig zu einem meinungsstarken Online-Magazin zu werden, das das Positive betont, aber die Debatte nicht scheut. Eine Roadmap.

Natürlich ist jede Publikation zuerst von den Vorstellungen und Werten des Initiators getragen. Doch weil Solo-Projekte nur selten über eine gewisse Größe hinauskommen, ist es gut, von Anfang an Partner an Bord zu haben und die verschiedenen Vorstellungen in ein gemeinsames Fundament zu gießen. Dieser Prozess soll in den folgenden Absätzen – leicht verkürzt – dargestellt werden.

Persönliche Vorsätze

Ganz am Anfang steht die persönliche Motivation. Im Rahmen der Neuauflage des IF-Blogs sind mir selbst einige Dinge klar geworden, auf die ich beim Schreiben (und Leben) mehr achten möchte als bisher:

  • Positiv denken
  • Das Schöne lieben
  • Kritik positiv formulieren
  • Liebe und Freude geben
  • Die Kraft der Biophilie nutzen

Der geneigte Leser dürfte in dieser Aufzählung vor allem über einen Begriff gestolpert sein, der sicher kurz erklärt werden sollte: Es gibt ein „Biophilie-Prinzip“, dessen Defininition von Erich Fromm stammt und dessen handlungsleitende Werteschreibung von Rupert Lay formuliert wurde:

„Die Biophilie ist die leidenschaftliche Liebe zum Leben und allem Lebendigen; sie ist der Wunsch, das Wachstum zu fördern, ob es sich nun um einen Menschen, eine Pflanze, eine Idee oder eine soziale Gruppe handelt.“ (Fromm)
oder
„Handle stets so, daß du das personale Leben in deiner Person als auch in der Person eines jeden anderen Menschen eher mehrst denn minderst.“ (Biophilie-Postulat nach Lay)

Gerade der zweite Imperativ ist mir wichtig. Biophilie habe ich schon immer als meinen handlungsleitenden Wert erkannt. Ich versuche jetzt, dies konsequenter um zu setzen. So will ich nach und während des Formulieren meiner Gedanken immer prüfen, ob mir das gelingt. Die erste Maßnahme könnte sein, streng darauf zu achten, FEINDSELIGKEIT zu vermeiden.

FEINDSELIGKEIT als Teil unseres Alltags

Ich erlebe täglich, dass FEINDSELIGKEIT normaler Teil unseres Alltag ist. Wie oft am Tag fühle ich mich feindselig behandelt? Aber auch in mir bemerke ich immer wieder eine Neigung zur Feindseligkeit. Die Gedanken, das Gesagte und das Handeln von Menschen scheint von Feindseligkeit beeinflusst und beherrscht zu werden. Mir scheint, wir werden von Kind an darauf dressiert, pardon so sozialisiert.

Die Abkehr von Feindseligkeit

Wahrscheinlich müssen wir der Welt integrativ mit Liebe begegnen. Aber auch das muss geübt werden. So will ich versuchen, zumindest beim Schreiben, der Welt und all ihren Geschöpfen in Liebe zu begegnen. Allgemein heißt es ja: Only bad news are good news. Ich glaube aber nicht, dass Menschen immer nur in Angst und Schrecken versetzt werden möchten.

Ich gehe ich davon aus, dass die Menschen auch Artikel ohne Feindseligkeit mögen werden. Wenn das nicht so ist, habe ich halt Pech. Das wäre aber nicht schlimm, denn ich schreibe ja zuerst mal für mich.

Das waren jetzt ganz persönliche Vorsätze. Wir brauchen aber noch mehr, um wirklich gut zu werden.

Allgemeine Vorsätze:

Wie der Begriff sagt, geht es hier um gemeinsame Vorsätze. Die ich immer im Kopf haben will. Und dies bitte ich auch alle Mitautoren. Die auch Basis möglicher Redaktion-Meetings z.B. für die Themenfindung sein sollen.

  • Inhaltliche Relevanz
    (Themen gemeinsam bestimmen, entwickeln und bewerten).
  • Unverkennbare Handschrift
    (Wiedererkennbarkeit schaffen)
  • Kritische Herangehensweise an Trends und Hypes
    (Einordnen statt feiern)
  • Ganzheitlich Betrachtung
    (durch viele unterschiedlichen Brillen wie von Technik, Geist, Kultur, Ethik …)

Vor allem das Thema Relevanz soll bei der Themenselektion und beim Schreiben eines unserer wichtigsten Kriterien werden. Das klingt trivial, aber Florian Stocker und ich sind sicher, dass wir ganz anders an die Themenfindung heran gehen werden, wenn wir uns bei jedem Sachverhalt den Nachrichtenwert und die Bedeutung für die Gesellschaft vor Augen führen.

Die Einhaltung dieser Vorsätze sind für uns wichtig. Alleine werden sie unseren Erfolg aber nicht garantieren können. Ein bisschen Planung brauchen wir auch. Deshalb schreiben wir vorsichtig eine Karte unseres Weges.

Roadmap
Wir machen uns auf den Weg zum digitalen Dossier.

  • Erhöhung der inhaltlichen und klärenden Qualität
    (Autoren-Fleiß)
  • Öffentlichkeitsarbeit zur Erhöhung des Bekanntheitsgrad
    (Wir werben über alte & neue Medien und nutzen unsere Netzwerke)
  • Eine einheitlich Graphiklinie gestalten
    (die brauchen wir für erklärende Illustrationen und für unser Gesicht)
  • Weniger selber schreiben und gute Autoren gewinnen.
  • Prüfen und Entscheiden, ob es ausreicht bei Prosa zu bleiben oder ob das Angebot um Podcasts und Videos ergänzen.
  • Suchen nach einem Geschäftsmodell.

Die Roadmap kann uns helfen, das Ziel operativ im Blick zu halten. Ich denke mir aber, dass oft spektakuläre Maßnahmen helfen. Da muss man Ideen entwickeln. Bisher habe ich zwei, die ich hier als mögliche Beispiele nenne.

Aktionen
Vielleicht kann man ja mit solchen und ähnlichen Ideen etwas bewegen.

  • Geld sammeln
    (um z.B. Politikern öffentlich wirksam gute Bücher schenken zu können)
  • ein Manifesto zur globalen Zukunft gestalten und verbreiten
    (auf dem Weg von IF-Blog zum Digitalen Dossier). 

Natürlich brauchen wir Euch, unsere Leser. Ihr müsst uns mögen und schätzen – und uns weiter empfehlen. Deshalb wollen wir dem alten Zirkus-Motto folgen: Eure Gunst, unser Streben!

RMD/FS

Eine Antwort

  1. Ich möchte daran erinnern, dass bei Fromm der Begriff des Wachstums eine ganz andere Bedeutung hat als bei der Verwendung in der ökopolitischen Sprache kapitalistischer Systeme .

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