Große Redner und ihre Geschichten – #2 Hans-Jörg Bullinger

In meiner „Hommage an große Redner“ verneige ich mich heute vor Dr. Hans-Jörg Bullinger. Hans-Jörg Bullinger kommt aus Baden-Würrtemberg und wurde in Stuttgart geboren. Ihn durfte ich schon mehrfach hören. Vor ein paar Jahren hatte InterFace einen wunderschönen Betriebsausflug zum Ammersee, mit Schifffahrt und Biergarten. Der Vortrag von Hans-Jörg Bullinger vor dem Abenddinner war der Höhepunkt der Veranstaltung.

Das letzte Mal habe ich ihn bei OCÉ in Poing gehört. Anlass war die Verabschiedung von Ernst Spaett (dem langjährigen Chef der Sparte Hochleistungsdrucksysteme der Siemens AG später OCÉ). Ernst Spaett ist heute mein Mentor und zum lieben Freund geworden.

Hans-Jörg Bullinger verkörpert „Mittelständisches Denkes“ gepaart mit „Gutem Menschenverstand“. Seine Aussagen und Ratschläge sind ganz einfach, logisch und immer Mut machend. Er kritisiert Mißstände konstruktiv und weiß auch oft eine einfache Lösung des Problems.

Seine Geschichte von „der Maschine, die nicht so gut“ aussah, ist mir besonders haften geblieben. Ich erzähle sie im folgenden, auch wenn ich das sicher nicht so gut kann wie Hans-Jörg Bullinger (wie mir auch hier die Wiedergabe seiner angenehmen süddeutschen Sprachfärbung mit einem Schuss schwäbisch schwerfällt).

Hans-Jörg Bullinger erzählt in dieser Geschichte vom Besuch eines mittelständischen Unternehmens, das nicht ganz einfache Zeiten durchmacht, obwohl es über technisch ausgezeichnete Produkte verfügt. Der Inhaber des Maschinenbauunternehmens führt ihm seine Maschine vor und berichtet stolz die Verbesserungen des neuen Modells: Der Energieverbrauch wäre reduziert, die Steuerung einfacher, die Wartungsintervalle länger, der Ausschuß geringer und vieles mehr an der Maschine weiter verbessert worden. Die Maschine selbst gleicht einem häßlichen Ungetüm. Dr. Bullinger stellt die Frage, ob man das Aussehen der Maschine nicht mit ein paar Blechen und einer freundlichen Lackierung aufhübschen könne? Der Mittelständler antwortet darauf voller Unverständnis, dass die Maschine dann auch nicht schneller laufen würde. Die Antwort von Professor Bullinger überrascht ihn dann noch mehr: „Aber vielleicht würde sie sich dann besser verkaufen!“

Mir gefällt die Geschichte, weil sie ein Beispiel für Betriebsblindheit ist. Gerade „redliche Ingenieure“ wollen vor allem einen guten Job machen, und das ist auch richtig so. Aber ab und zu vergessen sie dann, dass man die Braut auch schmücken muß. Und nicht nur beim Essen isst das Auge mit.

RMD

Zurück: Alain Neumann   Weiter: Hans Strack-Zimmermann

Share on twitter
Twitter

Eine Antwort

  1. vielleicht gab es noch einen Betriebsausflug, bei dem Hans-Jörg Bullinger vor InterFaclern gesprochen hat, aber den schönen IF Betriebsausflug wo ich ihn hören durfte, war in Konstanz am Bodensee. Ich denke das war 1999 oder 2000.

    Rainer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Suche

Kategorien

Aktuelle Umfrage

Wie würden Sie die EURO-Krise meistern?

Ergebnisse anzeigen

Loading ... Loading ...
Gressthal – Projekttagebuch (II)

Gressthal – Projekttagebuch (II)

Ich habe ein Buch (Gressthal) gefunden, das nur fünfmal gedruckt wurde. Ich möchte es (erfolgreich) veröffentlichen. Das ist ein unternehmerisches…
IT-Geschichte ab 1950

IT-Geschichte ab 1950

Mein Geburtstagsgeschenk: Ein Magazin für uns Computer-Menschen. 24 Jahrgänge komplett als PDF im Internet! Von 1954 bis 1978. Auch für…
Es gibt kein zurück.

Es gibt kein zurück.

Der Mensch hat im Anthropozän mit seiner Kreativität soviel zerstört, dass es kein zurück mehr gibt.
SUCHE
Drücken Sie "Enter" zum Starten der Suche