Gedankensplitter zur Arbeit I – Immer mehr arbeiten immer mehr!

_MG_6101 Kopie🙂 Das letzte Brandeins hat mich dazu gebracht, mal wieder ĂŒber die Arbeit nachzudenken.

Mir fallen immer mehr Menschen auf, die immer mehr arbeiten. Das trotz aller ArbeitszeitverkĂŒrzungen und Arbeitszeitgesetze.

Sogar in unserer Familie gibt es mittlerweile zwei Menschen, die mindestens 5 Tage die Woche im Schnitt mehr als 12 Stunden tĂ€glich arbeiten. Mein Sohn verlĂ€sst das Haus gemeinsam mit mir ziemlich frĂŒh. Er kommt aber meistens erst heim, wenn ich mich schon zum Schlafen hingelegt habe. Und meine große Tochter ist auch immer fĂŒr ihren Arbeitgeber unterwegs.

Na gut, werden Sie sagen, das sind alles Berater oder Manager. Aber ich stelle fest, dass auch in normalen Jobs immer mehr gearbeitet wird. Manch einer stĂŒrzt sich nach dem 9-Stundentag noch in einen 4-Stunden-Zweitjob. Und von den Menschen, die nach der Arbeit erst so richtig anfangen, ihr Haus zu bauen oder in ehrenamtlichen Ämtern zu wirken, will ich gar nicht reden.

Das ist nicht gut. Nicht, wenn ein Mensch in die Arbeit flieht, weil er sonst eine innere Leere empfindet. Noch weniger, wenn er soviel arbeiten muss, um seine Existenz zu erhalten. Oder das GlĂŒck auf (unnötigen) Konsum reduziert wird, der oft mehr schadet als nutzt.

Ein wesentlicher Teil der von uns geleisteten Arbeit ist Blindleistung. Schade darum.

Ich habe ein paar Freunde, die waren ihr Leben lang als Manager so stark beschĂ€ftigt, dass sie ihre eigenen Kinder nicht wahrgenommen haben. Wie die Kinder außer Haus waren, waren sie ĂŒberrascht, das sie Kinder hatten. Ein paar haben das dann als Großvater bei ihren Enkeln wieder ausgeglichen. Ein guter Freund von mir hat aus emotionaler Bewegtheit sogar ein (sehr schönes) Buch fĂŒr seinen Enkel geschrieben.

Ich glaube, auch fĂŒr das richtige Maß an Arbeit gilt „Weniger ist mehr“.

Auf Seminaren zur Persönlichkeitsentwicklung hört man oft folgenden Satz:

Nur ein Mensch, der sich selbst liebt, kann andere lieben.

Diesen Satz kann man beliebig durch Austausch des Verbs variieren. Er verliert nie seine GĂŒltigkeit. Man nehme an Stelle von lieben zum Beispiel Gutes tun. Man kann auch schĂŒtzen, verstehen, wertschĂ€tzen und manches mehr einsetzen.

Und der Satz gilt auch fĂŒr Zeit haben.

Deswegen sollte jeder Mensch neben der Arbeit noch ein angemessenes StĂŒck Zeit fĂŒr sich selbst haben.

RMD

P.S.
Vor kurzem wurde in der SZ am Wochenende ein berĂŒhmter Managers interviewt, der frĂŒher selbst Unternehmer war. Auf die Frage nach dem Unterschied zwischen einem Unternehmer und Manager hat er geantwortet, dass ein Unternehmer weniger arbeiten dĂŒrfe als ein Manager, weil beim Unternehmer der kreative Teil wichtiger wĂ€re.
🙂 Was bin ich froh, dass ich mich als Unternehmer fĂŒhle.

P.S.S
Auch zu diesem Thema gibt es eine schöne Geschichte in IF-Blog: Der Blumentopf

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