Erzähl-Mahl – uralt und ganz modern.

STORY TELLING

Hier das „remake“ eines alten Artikels vom 23. September 2015. Da ich Kommunikation und Storytelling gerade heute für sehr wichtig empfinde, habe ich diesen reaktiviert und aktualisiert:

Ganz einfach aber sehr lecker - die Verpflegung beim
Ganz einfach aber sehr lecker – die Verpflegung beim „Erzähl-Mahl“.

Katrin Frische und Sacha Storz hatten 2015 zu einem „Erzähl-Mahl“ in die Räume der TechDivision eingeladen. Katrin und Sacha mag ich, da bin ich gerne gegegangen.

Die TechDivision ist bekannt für regelmäßige und schöne Veranstaltungen in ihren Räumen – mal mit mehr technischen und mal mit mehr sozialem Hintergrund. Das war ein weiterer Grund hinzugehen. Das letzte Mal war ich während einer Veranstaltung im Rahmen der Münchner Webwoche zu einem agilen Thema dort.

Ein „Erzähl-Mahl“ erinnert ein wenig an das Symposium der alten Griechen, einem „gemeinsamem, geselligen Trinken und Essen“.  Schon die alten Griechen haben sich während und nach dem Mahl dem geistigen Genuss bei Diskurs und Debatte und vielleicht noch ein wenig mehr dem guten Wein hingegeben. Man hat im Symposium also gut gegessen und getrunken und das Leben genossen. Und dabei der Philosophie gefrönt und nach Weisheit gestrebt.

Sacha - unser Gastgeber im schönen Gebäude an der Balan-Straße von TechDivision.
Sacha – unser Gastgeber im schönen Gebäude an der Balan-Straße von TechDivision.

Das „Erzähl-Mahl“ ist ruhiger als so ein Symposium und knüpft an eine alte Kultur der Kommunikation schon aus der Zeit des Jagen und Sammelns an. Wie in grauen Vorzeiten am Lagerfeuer erzählt man sich dabei reihum Geschichten. Und laut der Vorgabe unserer Moderatorin Katrin soll und darf da eben nicht debattiert und diskutiert sondern nur gelauscht und erzählt werden.

Bei unserem „Erzähl-Mahl“ gab es auch nur Gutes. Die leckeren Speisen von Katrin wurden durch eine Auswahl von hochwertigen alkoholfreien Getränken und diversen Biersorten aus dem Kühlschrank der TechDivision ergänzt. Es war wie im Paradies.

Die Runde war nur zur siebt, denn drei der angemeldeten Gäste konnten dem Alltagsstress nicht entkommen und hatten kurzfristig abgesagt. Wenn die wüssten, was sie versäumt haben. Um so schöner und spannender wurde es für die Teilnehmer.

Katrin, die Veranstalterin hört moderiert und macht mit.
Rechts sehen wir die Katrin, wie sie zuhört, moderiert und mit macht.

Katrin hatte auf drei Blättern sechs kluge und fürs Leben wichtige Fragen vorbereitet. Jeweils zwei Fragen waren auf einem Blatt und bildeten ein Pärchen; zusammen bildeten die Fragen auf den drei Blättern das Dreieck ab: Lebensführung, Motivation und Ziele.

Zu jeder Frage gab es als „Think about“ in Spiegelstrichen 3 – 6 Stichworte, die zum Nachdenken anregten.

Eines der Fragepärchen – die Fragen drei und vier mit der zugehörigen Aufforderung zum Nachdenken verrate ich hier:

Es war das Paar „Entscheidungen“ und „Ziele“.

Frage 3:
WELCHE WICHTIGE ENTSCHEIDUNG – BERUFLICH ODER PRIVAT – HAST DU IN DEN LETZTEN 12 MONATEN GETROFFEN?
Think about:
DIESER ZUGRUNDE LIEGENDEN WERTE – KONSEQUENZEN – EINFLUSS AUF ANDERE
oder

Frage 4
WAS MÖCHTEST DU IN DEINEM LEBEN NOCH VERWIRKLICHEN
Think about:
DEINE WERTE – DEIN ROTER FADEN – IMPACT – WELLDOING – BERUFUNG – SINN DES LEBENS

Zu diesen Fragen sollte man sich Gedanken machen. Und wenn man Lust hatte, eine kurze Geschichte aus dem Leben dazu erzählen. Die meisten der sieben Teilnehmer haben erzählt. Nur wenige haben sich auf’s zuhören beschränkt. Den Rest verrate ich aber nicht. Damit noch ein wenig Spannung bleibt.

Auch mein Nachbar hört mir aufmerksam zu.
Auch Carsten, mein Nachbar hört mir aufmerksam zu, so wie ich ihm.

Aber als Fazit sage ich mal:
Es war ein sehr gelungener Abend. Er hat bei mir viel bewirkt. Ich bedanke mich bei allen Teilnehmern, die mir an diesem Abend mit ihren Geschichten soviel gegeben haben. Wie auch bei den Zuhörern.

Für mich wurde das „Erzähl-Mahl“ zu einem „Denk-Mahl“. Denn die ansprechenden Berichte aus anderen Perspektiven haben mich doch ziemlich nachdenklich gemacht. Ich habe dann auch viel von mir preisgegeben – und so wieder ein wenig mehr verstanden.

Es war ein sehr persönlicher Abend. Getragen von großer gegenseitiger Sympathie aller Teilnehmer. Ein Abend, an dem sich Empathie gut entwickeln konnte.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht das letzte Mal gewesen ist, dass ich bei einem Erzähl-Mahl von Katrin dabei war.


(Zurück ins Jahr 2026)

So war es. Ich war bis heute noch mehrfach bei Veranstaltungen der Art „STORY TELLING“ dabei. Auch von anderen Anbieterinnen neben Katrin Frische. Besonders erinnere mich an ein Event im Hause der Münchner Unternehmerfamilie Röckl. Da ging es um das Thema „Exit-Strategie im Mittelstand“. Auch dort habe ich viel Neues erfahren und besondere Menschen kennengelernt.

STORY TELLING hat sich weiterentwickelt. Es ging ein in die Kultur der MashUp-, MeetUp- und FUN- (FuckUp-Night-), BarCamp- und Open Space-Kulturen. Das alles waren Formate der Kommunikation, die ich gerne genutzt und von denen ich viel profitiert habe.


Das war vor 21 Jahren! Seit diesem Erzähl-Mahl gehört Story Telling zum festen Repertoire meiner Kommunikations-Methodiken. Ich habe sie oft erfolgreich angewendet. Das ist dann auch in die Gründung des PM-Camp hineingeflossen, das von Dornbirn aus seinen Siegeszug durch DACH und Teile Europa’s antreten sollte und das mir Ende meiner beruflichen Karriere noch mal zu einer großartigen Abschlussphase verholfen hat.

RMD

P.S.
Heute veranstalte ich gemeinsam mit Wolfgang Baldes öffentliche Veranstaltungen zur Biophilie, die wir als „kommentierte Lesungen“ bezeichnen. Hier ein Beispiel. Unser Podcast Werkstattgepräch ist auch Teil unseres Biophilie-Projektes, hier ein paar Links dazu. Und überall da ist auch ein bisschen STORY TELLING drin.

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