Harald Reiner Gratz „Bilder zur Reformation“ (Teil2)

Eine aktuelle Spiegelung der Katholischen Kirche‘ in 5 Gemälden des Malers Harald Reiner Gratz

Von Klaus Hnilica

Fortsetzung des obigen Vortrages (siehe Teil1) in Raum 1

Teil 2

3.Kain (Raum 1)

Nun – wie wir alle zu wissen glauben, ist Kain weder zufrieden noch glücklich. Er arbeitet hart – hat zumindest das Gefühl es zu tun – doch Gott ist nicht erfreut. Abel scheint dagegen leichtfüßig durchs Leben zu tanzen. Seine Feldfrüchte gedeihen, die Frauen lieben ihn. Und am Schlimmsten ist, er ist wirklich ein guter Mensch und hat sein Glück verdient!

Umso mehr Grund für Kain ihn zu beneiden und zu hassen. In seinem Elend verlangt es ihn, etwas Teuflisches auszubrüten und er gerät in die Wüstenei seines eigenen Denkens und Fühlens. Da er sich in jeder Hinsicht von Gott benachteiligt fühlt, wendet er sich dem Bösen zu, um so die Aufmerksamkeit zu erlangen, die ihm Gott verweigert, und er tut das Böse aus freien Stücken, ganz kalkuliert und in tückischer Absicht. Und genau aus diesen Gründen und ähnlichem Hass geschehen auch heute z. B.  Hanau 2020 und Houston 2022 und so weiter und so weiter – und dies wird nie enden so lange die Menschheit existiert….

Genau das zeigt Gratz, höchst eindrucksvoll, mit seinem Kain!

Das ganze Elend seiner Existenz ist Kain ins Gesicht und seinem Körper eingebrannt und das Böse – Schwarze –  ist ganz bei ihm. Die 2-dimensionale, flächenhafte Darstellung lässt auch keinen Spielraum zwischen ihm und dem Bösen zu. Und sie verkörpert nicht nur den Ekel den Kain gegenüber sich selbst empfindet, sondern auch noch den Ekel gegenüber jedem einzelnen Teil seines verdammungswürdigen Körpers.

Sowohl hinsichtlich der maltechnischen Ausführung als auch den Farben ist dieses Bild ein großartiger Kontrast zwischen dem wahren leidvollen Leben eines jeden Menschen und den grotesken blassen Fantasien der gegenwärtigen Menschheit bezüglich Gott und seinem angeblichen Wirken in dieser Welt.

Und nein – von der gegenwärtigen ‚katholischen Kirche‘ kann dieser Kain keine Hilfe erwarten, wie man unschwer aus dem nächsten Gemälde, dem Abbild eines ihrer hohen Würdenträgers erkennt!

Dazu müssen wir jetzt in den Raum 3!

4.Der Kardinal (Raum 3)

Selten hat das Bild eines hochrangigen Vertreters einer mächtigen Organisation so authentisch den Niedergang und Bankrott dieser Organisation widergespiegelt, wie dieses Kardinalsgemälde von Gratz.

Und vermutlich ist dieses Exemplar Mensch in seiner schlotternden Karnevalsrobe noch bedauernswerter als Kain, da uns vollkommene Gefühllosigkeit und Leere aus seinem maskenhaften Gesicht entgegen blökt: diese Figur ist nur noch eine verkleidete Hülse, die nicht wissen will, wohl aber zu ahnen scheint, dass auch hinter ihr, neben ihr und um sie herum, nichts mehr ist – das Kirchenvolk ist ihm und seiner Organisation abhandengekommen, und man möchte diesem Wesen wohl nicht einmal die Hand reichen, geschweige denn, diese Hand  küssen zu müssen…

Etwas Erlösung bringt da vielleicht der

5. Mann mit Thesen (Raum 1)

Und es ist wahrlich kein Wunder, dass sich nach dem Kardinal das Bild vom ‚Mann mit Thesen‘ aufdrängt: einem  neugierig, zweifelnd  blickenden Mann, der Besucher und Besucherinnen kenntnisreich durch ‚sein spezielles Museum‘ geleitet, in dem auch eine Organisation nähergebracht wird, die den Titel „Katholische Kirche“ trägt und die nicht nur ausschließlich von Männern gegründet wurde, sondern schon seit 2000 Jahre von immer weniger, aber immer älteren Männern geführt wird –  und heute –  daran zu zerbrechen droht!

Schade eigentlich, das müsste nicht sein! Denn Frauen – d. h. fast die Hälfte der Menschheit –  würden sicher gerne helfend zur Seite stehen –  und vermutlich wären Gott und sein Sohn auch einverstanden? Warum auch nicht? Vielleicht wüsste Mutter Maria sogar mehr darüber? Doch in den Gemälden von Gratz, die wir hier sehen, gibt es leider keine Maria – sagt der ‚Mann mit Thesen‘ mit einem hörbaren Bedauern in seiner Stimme – allerdings nur für diejenigen, die es hören wollen.

KH

PS: Und hier noch die Ankündigung eines weiteren Vortrages in der Villa Bergstraße 50 für Anfang Oktober 2022!

 

 

 

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