Effizienz und Moral.

Von six
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Siemens schmiert. Telekom hört ab. Käßmann fährt Phaeton.
Sie tun die Dinge richtig. Sie verhalten sich effizient.

Über das, was Gerechtigkeit und Moral bedeuten,
darüber besteht kaum Unklarheit. Nicht für Manager.
Sie wissen in der Regel sehr genau, was sie im Rahmen
unserer demokratischen Grundordnung zu tun haben.

Das Problem für sie ist vielmehr, wie sie moralisch
handeln können, ohne sich als die Dummen vorzukommen.

In einer durch und durch auf Effizienz getrimmten Welt,
in der moralisch Handelnde häufig das Nachsehen haben,
fällt es zunehmend schwerer, moralisch zu sein.

Effizient („die Dinge richtig tun“) verhält sich Siemens,
weil dieses riesengroße, alte Unternehmen ohne Bestechung
nicht mehr genug Marktchancen hat.

Effizient verhält sich die Telekom, weil sich der ehemalige
Monopolist verzweifelt gegen täglich erodierende Marktanteile
wehrt. Mit der Abhöraktion sehen die beteiligten Manager
eine Chance, die Marktanteile zu verteidigen.

Effizient verhält sich Frau Käßmann, wenn sie ein erfolgloses,
aber hochwertiges Auto (vermutlich) umsonst akzeptiert.
Anders würde sie die große evangelische Kirche, die ihr ein
Auto kaufen müsste, der Ineffizienz zeihen.

Alt, groß, chancenlos.

Sie stecken in der moralischen Zwickmühle. Lieber sehen sie
kurzzeitig die moralische Keule auf sich niedersausen, als
der Ineffizienz bezichtigt zu werden.

Gibt es keinen Ausweg? Oh doch.

Die Effizienz-Kultur durch eine der Effektivität ( „die richtigen
Dinge tun“) zu überwinden. Das heißt, autonom handeln, sich immer
wieder neu zu erfinden, nicht warten, bis die (alte) Marktlage
die Moral aushöhlt, sondern sich immer wieder neue Märkte erarbeiten.

So, dass es immer wieder etwas zu verteilen gibt.

Das können kleine, inhabergeführte Unternehmen.
Oder große, inhabergeführte Unternehmen wie Apple.
Aber keine managementgeführten Großunternehmen.

Es gibt sie, die Nischen der Moralität.

SIX

Leseempfehlungen:

Zur Effizienz – und Effektiv-Kultur:
Ein Lob dem Einheits-Manager“.

Zu effizienten Managern:
Radiophilosophie „Sklavenmoral“.

Zur Bedingung ethischen Verhaltens:
Radiophilosophie „Ethik“.

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