Nochmal Nachdenken zu Corona

Ich meine, dass wir beim Versuch, die Ausbreitung des Corona-Virus einzugrenzen, uns nicht mit Ruhm bekleckert haben. Es gibt keinen Grund, dass sich unsere Politiker heute selbst feiern, wie gut sie gehandelt haben. Jetzt stehen wir vor einem Scherbenhaufen und müssen die Folgen unseres Versagens reparieren. Und stellen uns dabei noch dümmer an als beim Verursachen.
Und jetzt müssten wir auch alles tun, um uns auf die „zweite Welle“ im Winter klug vorbereiten. Tun wir das?

Blicken wir zurück

Nach objektiven Kriterien des Katastrophenschutz war „Deutschland“ auf die Seuche zumindest nicht optimal vorbereitet. Die Gefahr von mutierenden Viren war sehr wohl bekannt, intern durch Studien vorgelegt, öffentlich durch Vorträge wie den von Bill Gates. Da hätten wir uns besser vorbereiten können.

Zum Beginn der Krise haben die Politiker die mögliche Gefährlichkeit des Virus abgestritten. Dies wie die schlechte Vorbereitung stellen ein Versagen da, dem sich früher der eine oder andere Politiker mit einem Rücktritt gestellt hätten.

Im Schach sagt man, dass einem schweren Patzer oft schon einen Zug später der nächste Fehler folgt, der dann endgültig zur Aufgabe der Partie zwingt. Bei Corona kam es gleich nach dem Unterschätzen des Virus zu weiteren Folgefehlern. Die gut erklärbar sind. Denn es gab sozusagen eine weltweite Fehlermanie, die von Experten angefeuert wurde

Wer übernimmt die Verantwortung?

Die Verniedlichung des Virus durch die Politiker hätte ihren Rücktritt gerechtfertigt. Das wurde aber nicht mal diskutiert. Genau dieselben, die das Virus als harmlos eingestuft hatten, standen jetzt offensichtlich unter Schock und haben abrupt die Notbremse gezogen. Dies fiel umso leichter, weil fast die ganze Welt einer Meinung war. So konnte man im mainstream leicht den totalen „lock-down“ entscheiden. Es machen ja alle so.

So folgte ein Fehler dem Anderen

Vom binären Code der abendländischen Ethik beeinflußt und von Bildern aus Italien geblendet ging es der Politik und deren Berater ausschließlich um den Schutz des menschlichen Leben, dies vor dem Corona-Virus. Es gab hinterfragbare Hochrechnungen zur Anzahl der benötigten Krankenbetten, die wiederum auf fehlerhaften Simulationen gründeten. Man hat es sich einfach gemacht und das Corona-Virus wurde zum Feind der gesamten Menschheit erklärt, die Aufgabe der „Vermeidung von Ansteckung“ wurde zum „Krieg gegen den Virus“ hochstilisiert. Besser wäre ein Nachdenken gewesen, wie man die Menschen sich effizient vor Ansteckung schützen können.

Sittliche Güterabwägung

Eine realistische Abschätzung der Folgeschäden des „Kampfes gegen Corona“ wurde unterlassen, es erfolgte auch keine sittlich verantwortete Güterabwägung. Denn wenn man sich im Krieg befindet, dann geht es die Vernunft hops.

„Mit Geld kann man alles heilen“

Der Satz wurde zum Mantra der Politik. Der Finanzminister legte die Bazooka (tragbares Gerät zum Abschießen von Raketen kleinen Kalibers, das meist von zwei Mann bedient wird) auf den Ministertisch, der Wirtschaftsminister verharmloste bzw. ignorierte die zu erwartenden gigantischen Folgeschäden des „lock downs“.

Deutschland im Glück

Und wir hatten Glück. Ein Teil der Massnahmen zur Infektionsvermeidung scheint geholfen zu haben. Gemeinsam mit der Saison-Welle, die Epidemien so an sich haben und vielleicht Dank des Sommers wurden die Ansteckungen weniger.

Jetzt versucht die Politik zwei Dinge. Sie probiert den Wiederanlauf. Wie geschickt sie das macht, kann ich nicht beurteilen. Und sie versucht die Schäden zu beseitigen. Dazu möchte ich ein paar Beispiele erwähnen.

Konjunkturprogramm

Beim Beseitigen der Schäden scheint immer noch zu gelten: „Mit Geld kann man alles heilen“. Wenn wundert es, dass zu erst mal ein Konjunkturprogramm ins Gespräch kam. Das natürlich zuerst Mal als Kaufprämie für Autos Gestalt nahm. Diese scheint ja jetzt vom Tisch zu sein, das verursacht neue Ratlosigkeit.

Arbeitsplätze retten

Das scheint die zweite konkrete Aufgabe zu sein, die sich Bund und Länder gestellt haben. Das geht mit Kurzarbeitergeld, eine scheinbar sinnvolles Werkzeug. So erhöht man es. Das wird teuer. Die vollen Kassen reichen nicht aus. So geht man schon heute von einem Defizit in Höhe von 3 Milliarden im Corona-Jahr aus. Das Kurzarbeitergeld ist nur eine Seite der Medaille. Dazu kommen die Ausfälle bei Kranken- und Sozialkassen wie der Einkommenssteuer.

Unternehmen retten

Das scheint die dritte Aufgabe zu sein, die Bund und Länder sich vorgenommen haben. TUI, Condor und Lufthansa nehme ich mal als wenige Beispiele. Bei TUI sind es nur 1,8 Milliarden Sonderhilfe. Die kleine Condor hat schon Überbrückungshilfe bekommen, jetzt soll noch mal eine Halbe Milliarde folgen. Kommen wir die zur Lufthansa. Die hat zurzeit einen Börsenwert von deutlich unter 4 Milliarden €. Mit Trend nach unten, obwohl die angekündigte Unterstützung den Kurs stützt. Man spricht von 9 Milliarden nur aus Deutschland. Die „nationalen“ Töchter bekommen auch noch kräftiges Geld.

Aber was ist mit der Zukunft?

Unsere Aufgabe wäre jetzt, uns auf die zweite Welle (die gibt es bei allen grippeähnlichen Seuchen regelmäßig) vorzubereiten und die Chancen, die die Krise uns gebracht hat, für die Rettung unseres Planetens zu nutzen. Das wird viel gefordert. Nur wer – gerade im politischen Lager – arbeitet da konstruktiv dran? So wie wir derzeit agieren (siehe Lufthansa) befürchte ich eher den großen „Rebound“. So ist nur eines sicher:

Nach dem Geldrausch kommt der Kater

Als Gegenleistung soll der Staat über eine Beteiligung an der Lufthansa in Höhe 20 % verfügen. Das wären dann 9 Milliarden € für 600 Millionen Börsenwert. Klingt nicht nach einem guten Geschäft. Ein Vorstand einer Aktiengesellschaft würde sich mit so einem Deal strafbar machen. Da darf man gar nicht daran denken, dass wir den Flugverkehr in den nächsten Jahren auch noch dramatisch einschränken müssen. Klingt nach Totalschaden.

Ich will noch daran erinnern, dass es auch noch eine „Deutsche Bahn“ gibt. Und viele Unternehmen des ÖVNP. Die wahrscheinlich auch alle pleite sind. Und auch da geht es um Milliarden. Und AOKs und so etwas gibt es auch noch. Die natürlich die Kosten für die Corona-Tests nicht bezahlen wollen. Da habe ich Kosten pro Test die Zahl 80 € gehört. Und wieviel Tests brauchen wir jetzt?

Und um Ihnen den Tag endgültig zu verderben, bitte ich Sie zu berechnen, an wieviel Tagen sie 100 € ausgeben können, wenn Sie über eine Milliarde € verfügen würden? Ganz ohne Berücksichtigung von Zinsen (die es ja eh nicht mehr gibt).

Die Antwort ist leicht:
10 Millionen Tage. Wieviel Jahre sind das? Da muss ein Taschenrechner her. Die Zahl dürfte vierstellig sein.
Und wieviel 50 € – Scheine stellen eine Milliarde da? Die Antwort ist wieder einfach: Doppelte so viele, also 20 Millionen. Können Sie die noch tragen?

Bildergebnis für wieviel wiegt ein 50 € Schein

1 Million Euro in 50-EURO Scheinen wiegt ca.
0,92 g * (1.000.000 Euro /50€) = 18,4kg

Sie müssten dann bei einer Milliarde ca. 18,4 Tonnen schleppen. Da muß der SUV ganz schön groß sein. Viel Spaß!

RMD

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