IT-Leitfaden für den Mittelstand

Oft klagen mittelständische Unternehmer, dass IT so kompliziert wäre und zu hohe Kosten verursachen würde. Ich gebe Ihnen dann (mündlich) folgenden sehr pragmatischen Leitfaden mit:

  • Für die kritischen Anwendungen wie E-Mail, Warenwirtschaft usw. nimm Dir einen Provider, der die Software für Dich bereitstellt. Ich zum Beispiel habe meine E-Mails für die Domain duerre.de (roland@duerre.de usw.) bei einem Provider für Speicher und Rechnerleistung abgelegt genauso wie meine wordpress-Anwendungen (duerre.de, IF-Blog.de …). Das ist preiswert und zuverlässig.
  • Die Warenwirtschaft macht man am besten auch nicht selbst, da gibt es auch vernünftige Provider. Das macht Sinn, auch wenn es scheinbar ein wenig teurer ist.
  • Versuche mit deinen eigenen Applikationen möglichst in der LAMP-Welt (Linux, Apache, mySQL, PHP) zu bleiben. Dann brauchst Du keinen eigenen „Rootserver“, sondern es genügt Dir billiger Space bei Deinem Provider.
  • Bleibe bei den OpenSource-Weltstandards und vermeide komplexe proprietäre Systeme.
  • Verwende immer das einfachste System, am besten den Weltmarktführer aus der OpenSource-Welt (zum Beispiel für Deine Projekte und Dein Wissen mediaWiki, für Deine Web-Aktivitäten wordpress)
  • Nutze allgemein möglichst nur „browser-basierte“ Software.
  • Nutze nur leicht zu installierende Applikation. Wenn es schon kompliziert losgeht, dann „Finger weg lassen“.
  • Lass Dich nicht zu sehr von vermeintlichen „IT-Experten“ ins Bockhorn jagen und setze die Ansprüche an Automatisierung und Sicherheit nicht zu hoch. Hier drohen sehr schnell Overkill-Situationen.
  • Überlege Dir als Client auch Linux-Systeme oder einen Apple (der hat auch einen Unix-Kern) einzusetzen.
  • Probiere doch mal Open Office (Neo-Office) aus.
  • Wenn Du etwas nicht verstehst, dann schau nach in Wikipedia!
  • Und allgemein:
    Lasse immer Deinen gesunden unternehmerischen Menschenverstand walten und hüte Dich vor deinen eigenen Wünschen, einer Überperfektion und gefährlichen Beratern.
  • Oder allgemeiner: KISS (siehe auch mein Artikel zu Keep ist simple and …?).

Wenn Du von diesem Leitfaden abweichst, dann wird es schnell kompliziert und teuer.

RMD

P.S.
Das ist mein ganz privater Leitfaden für Mittelständler. Die Mittelständler, die mit ihrer IT glücklich sind, machen es überwiegend so.

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2 Antworten

  1. Leider ist Dein pragmatischer Leitfaden alles andere als KISS, im Sinne von „keep it short and simple“.

    Von der Pragmatik her gesehen ist es jedoch ein geschickter Schachzug, der Kunde wird von dem Gefühl der Beratungsbedürftigkeit förmlich überrollt.

    Im Schafsfell des Gutmenschen bist du ein gnadenloser Wolf des business making.

    Alle Achtung!

  2. Mir als unerfahrenem Laien scheint der Leitfaden sehr sinnvoll zu sein. Und im Gegensatz zu den meisten anderen IT-lastigen Beiträgen hier im Blog kann ich diesen Post zu 100% inhaltlich verstehen und nachvollziehen.

    Für kurze, knappe Fragen zu technischen Themen habe ich allerdings eine bessere Quelle als Wikipedia gefunden: Einmal meinen Bruder oder einen Freund fragen, und ich bin informiert.

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