In eigener Sache.

Der letzte Artikel von Hans Bonfigt hat wieder für einen kleinen Aufruhr gesorgt. Ich wurde von mehreren Freunden gefragt, warum ich solche Artikel in IF-Blog zu lasse.

Ich versuche das hier zu erklären. Nicht zu begründen oder rechtfertigen. Ich will nur sagen, das unser gesellschaftlicher Diskurs solche Gedanken aushalten muss. Auch wenn der letzte Artikel vom Hans auch mir „die Schuhe ausgezogen“ hat.

Erst beim zweiten aufmerksamen Lesen konnte ich wieder nach Luft schnaufen. Diffamiert er doch unter anderem ganz pauschal die Grünen, in nach meiner Meinung unlauterer Weise. Die Menschen, die grün denken, schätze ich sehr und habe eine ganze Reihe von „grünen“ Freunden. Und die Partei „Die Grünen“ ist mir unterm Strich doch viel lieber als manche der „bürgerlichen Parteien“.

Freilich sind die Grünen dogmatisch und Dogmatik ist der kleine Bruder des Faschismus. Nur – wenn es um ein so essentielles Thema wie die Zukunft unserer Kinder geht – dann nehme ich gerne eine Prise von Dogmatik in Kauf.

Und auch sonst fliegen im Artikel einem „die Felsbrocken nur so um die Ohren“. Aber die will ich hier nicht im Einzelnen diskutieren. Sondern nur erklären, dass ich mich mit Hans freundschaftlich verbunden fühle. Und ich glaube zu verstehen, was er sagen will.

Ich nehme leider auch eine große und für mich nachvollziehbare, Enttäuschung in seinem Artikel wahr. Er setzt immer wieder den brutalen Vorschlaghammer ein. An diesen Stellen verspüre ich eine Verletztheit, die nach Hass klingt. Hass jedoch ist dumm: Er richtet sich gegen andere. Diese trifft er aber nicht. Aber der Hass zerstört den Hassenden.

Ich will keinem Menschen das Recht auf „Enttäuschtheit“ absprechen, empfehle aber Enttäuschung gegen Zufriedenheit einzutauschen. Und das „glücklich Sein“ dem „unglücklich Sein“ vorzuziehen. Eigentlich ganz einfach.

Ja, die Artikel des Hans Bonfigt bereiten mir Schmerzen. Sie nicht zu veröffentlichen, ist mir aber zu einfach. Die Schmerzen muss ich aushalten – und nachforschen, was mich schmerzt. Da lerne ich viel, denn er trifft mich durchaus an meinen schwachen Punkten.

Ich versuche eine Metapher:

Die Artikel von Hans Bonfigt haben einen besonderen Wert: Sie sind im Blog so etwas wie „die rostigen Nägel auf dem Stuhl des Gerechten“. Nägel die nicht nur rostig sind, sondern auch schmutzig. Wenn man sich darauf setzt, drohen Eiter und Blutvergiftung. Man muss aufpassen. Und das ist gut so. Also muss man beim Lesen sehr kritisch sein.

Mir selber sind die Artikel von Hans eine Warnung, dass ich die Welt selber nicht so schwarz sehen darf. Ich muss weniger jammern und mich mehr freuen. Auch im Blog. Neige ich doch auch dazu, die Dinge zu beklagen, die bei uns nicht gut sind. Und vergesse und sehe nicht – vor lauter Negativem – das Gute.

So ermahnt Hans mich, nicht in die Fallen zu tappen, die auf uns in dieser Welt lauern. Ich meine, in die Fallen des Neids, des Hasses, der Enttäuschung und der Verbitterung.

Nein, ich sehe soviel Liebe, Bewußtsein, Achtsamkeit, Respekt und Freude in meiner Umgebung und meinem Leben, dass ich glücklich bin. Ja, das Leben ist schön und die Zeit zu schade fürs Klagen.

Ich stelle fest, dass trotz mancher „Blaumiesen“ (siehe Yellow Submarine der Beatles) es so viel Buntes gibt, an dem ich mich erfreuen kann. Ich fühle, dass die Macht der Vielfalt stärker als die der Einfalt ist. Dass die absolute Mehrheit der Menschen für die „Liebe“ lebt und den „Hass“ verbannt und ein klares NEIN gegen Krieg abgibt und ein großes JA dem Frieden schenkt.

Ich glaube nicht, dass dies nur in „meiner Blase“ so ist, aber selbst wenn es so wäre, dann bin ich glücklich, dass es diese Blase gibt. Und ich drin sein darf. So bin ich gerne bereit, diese Blase zu verteidigen. Aber nicht mit Waffen sondern mit Worten – sprich mit emphatischen Argumenten, damit sie auch von unglücklichen Menschen verstanden werden können.

Rational und dem Kalkül der Vernunft folgend mag Hans in vielen Details recht haben. Aber was bedeutet Recht haben? Oder Siegen? Es geht doch um die positiven Gefühle, die wir teilen und mehren müssen!

Meine Antwort auf seinen Artikel ist ganz einfach!

MAKE LOVE, NOT WAR!

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Das mag viellecht pubertär und jugendlich klingen. Aber lieber bin ich ein pubertärer Idealist als dass ich vor Angst erstarre und hinter jedem Busch zwei Räuber sehe. Denn Büsche habe ich auch in meinem Garten viele.

RMD

P.S.
🙂 Vielleicht sollte man jeden Artikel von Hans Bonfigt mit einem Warnhinweis ausstatten, wie
„Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie diesen Artikel und fragen Sie Ihren Philosoph oder Ethiker“.

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3 Antworten

  1. Lieber Roland!
    Zunächst einmal: Kompliment. „Einen Diskurs muß man aushalten können“. Das kann nicht jeder. Danke.

    Was das „grüne Denken“ angeht: Das GAB es einmal bei den „Grünen“, nur die einzige Politikerin, die grün geblieben ist und die Bewegung nicht verraten hat, ist Jutta Ditfurth.

    Wenn ich mir die Hamburger „AfD“-Mannschaft anschaue, da wird mir ganz übel, so viele Galgenvögel hat es da. Es bringt mich in Rage, daß ich mich bemüßigt fühle, diese Leute verteidigen zu müssen.
    Was aber momentan Spitzenpolitiker speziell der „Grünen“ an widerlicher Hetze auskippen, ist nicht nur justitiabel, sondern auch ein Frontalangriff auf unseren Rechtsstaat. Wähler und Politiker der „AfD“ pauschal als „Faschisten“, „Antisemiten“, „Rassisten“ und „Nazis“ zu beleidigen ist schlimm, diese Menschen zu bezichtigen, „in Hanau mitgeschossen zu haben“ einfach nur widerlich und der Gedanke, unter den Beamten eine Art „parteiethnische Säuberung“ durchzuführen, ist nahe am Staatsstreich.

    SO entstehen Bürgerkriege.

    Die inflationäre Verwendung der „Nazikeule“ verhöhnt übrigens in subtiler Weise die Opfer der Nationalsozialisten.

    Gruß aus Aying !

  2. Hans, I can understand your above comment, and partly accept it. I have already criticised your postings as polemic. I dislike AfD, and am uneasy about the number of votes they get. I shall probably not vote Green although many of my friends do. Greens get lots of votes, and there are other important topics. However, nothing is more important than the climate, except perhaps nuclear war. A slight criticism of the greens is that a schoolgirl has accomplished more than they, in less time. But maybe the Greens were needed to prepare the way for Greta.

  3. Hi Chris, nice to hear from you after quite a while.

    The whole „AfD“ staff builds an awkward cast of idiots. Agreed.

    But in all their, hopefully I’m not inventing a new english word, in all their ridiculousness are surely not ’nazis‘. Propagating the opposite is nothing but a very dangerous belittlement of a cruel gang of criminals. Especially as a german I think is absolutely necessary to keep those wounds open which the nazis left. If it becomes normality to denote each crackpot as a „nazi“ renders this attribute to normality.
    It is boring to listen to Mr. Höcke. Nobody would do that if he wasn’t be overhyped by self-proclaimed ‚activists‘. Extremism did not lead to Auschwitz, but conformism does.

    In germany, for more than fourty years now, we had a maximum of five percent unteachable idiots. Fortunately consisting of several parties, being notoriously in odds with one another.
    „DVU“, „NPD“, „REP“ – nobody remembers them, and who did, laughed at them.

    So where do the electors of the „AfD“ come from, all of a sudden ? I voted for them because I found that it is absolutely necessary to stop Merkel’s governance.

    Voting ‚green‘ would never ever have any measurable effect – except an adverse one on the climate.

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