GLÜCKLICHE KINDERAUGEN – Mein Boss hat gesagt …

Mein Boss hat gesagt, dass
er froh wäre, dass Weihnachten wieder vorbei sei und auch Silvester bald geschafft wäre.
Herbst und Winter seien von Haus aus schlimme Jahreszeiten. Das Grün würde verschwinden, die Temperaturen würden sinken, die Krankheiten zunehmen. Kaum wird es Tag käme auch die Nacht schon wieder!
Er leide – seit dem er sich erinnern könnte – im Winter regelmäßig unter Halsschmerzen, Erkältungen und chronische Erkrankungen der Atemorgane. Von den Grippe-, Corona- und sonstigen Wellen, die das Land im Winter regelmäßig überrollen, gar nicht zu reden.

In den Monaten mit „r“ mußte er als Kinder täglich eine Lebertran-Pille schlucken. Um die Sonne zu ersetzen. Und es gibt acht Monate mir „r“ und nur vier ohne.  Eine ungute Verteilung!

Dem Jahr 2021 würde er auch nicht nachweinen. Das mit Corona – und vor allem wie die Gesellschaft und die Menschen darauf reagiert hätten – war besonders übel.

Allgemein wären Weihnachten und Silvester die absoluten Tiefpunkte in der dunklen Zeit des Jahres.

Weihnacht

Jedes Jahr findet im Zeichen von Christkind und Weihnachtsbaum eine überdimensionierte Konsum-, Geschenk-, Fress- und Sauforgie statt. Durch Adventsrituale wird das Fest überhöht, durch die Heilsgeschichte emotional verklärt. Die Kinder sind von dem enormen Spannungsbogen überfordert und drehen spätestens am „heiligen Abend“ durch. 

Der macht dann oft wenig Spass. Anstelle von Harmonie unter dem Baum gibt es Streit. Die Erwachsenen giften sich an. Die Kinder weinen, weil sie von der Flut der Geschenke überfordert sind und konkrete Erwartungen doch nicht erfüllt werden. Die  meisten Geschenke sind „neuwertiger Sperrmüll“ und geben oft schon unter dem Christbaum ihren Geist auf.

Die Eltern kämpfen mit dem Geschenkpapier und Verpackungen, die das Zimmer zumüllen. Und alle sind froh, wenn der heilige Abend endlich vorbei ist und der Christbaum mit den romantischen Bienenwachskerzen dann doch nicht abgebrannt ist.

Silvester

An Silvester gibt es weniger Geschenke, dafür wird noch mehr gefressen und gesoffen. Und geböllert. Vor Corona wurden jedes Jahr neue Feinstaub-Rekorde aufgestellt. Appelle wie „Brot statt Böller“ finden kein Gehör. Man dürfe nicht wie gewohnt ins Bett gehen und müsse um Mitternacht in die nasskalte Nacht und Champagner trinken. Anschließend wäre wegen des Höllenlärms ans Einschlafen nicht zu denken. Am ersten Januar folgt der Katzenjammer – und wenn man rausgeht quält man sich durch vermüllte Straßen.

Beide „Feste“ wären gute Bespiele, das die Menschen ihre Rituale ändern müssen, wenn sie den Planeten bewahren wollen. Sie zeigen, dass die Herausforderung der notwendigen Transformation ein gigantisches Umdenken erfordert.

Anmerkung:
Da hat #MEINBOSS aber mal wieder voll draufgehauen.
Leuchtende Kinderaugen sind etwas sehr Schönes. Sicher sollten wir sie jeden Tag schaffen, Nicht durch Geschenke und Konsum, wie an Weihnacht. Sondern durch tägliche Achtung, Respekt und gelebte Zuneigung und Liebe.
Und ich muss gestehen, auch wenn es Wahnsinn ist, ich mag Weihnachten und Silvester/Neujahr. Seit 50 Jahren (mindestens) hatte ich sehr schöne Erinnerungen. Zuerst als Paar, dann mit Kindern, später mit Enkeln. Auch wenn es sich falsch anfühlt, weil #MEINBOSS mit seiner Kritik (Konsum, Müll …) ja völlig Recht hat. Das gehört wohl zu unserer menschlichen Ambivalenz.
Zum Rest:
Bald haben wir es ja geschafft und dürfen uns auf den Frühling freuen. Und dann dürften die Corona-Wellen sich auch wieder abschwächen. Und spätestens im März, wenn die Sommerzeit wieder kommt, ist der Tag dann wieder in Ordnung. Und wir erleben die vielen Grüntöne der Natur. OK, der Winter bleibt jedes Jahr ein paar Wochen zu lange, aber der Sommer kommt garantiert.

RMD

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