„Die Märchen meiner Kindheit“ oder „Kohle, Kernkraft, Gen- und Nanotechnologie“

Wie ich ein kleines Kind war, hat uns ein Laster (nicht größer als heute ein SUV) Kohle auf den Hof geschüttet. Die ganze Familie hat dann Eierkohle in Eimern in einen Kellerverschlag getragen und die Briketts daneben gestapelt.

Und am Abend hat mir meine Mutter die Geschichte vom gutmütigen Waldriesen erzählt. Der konnte es nicht mehr ertragen, wie die Menschen seine Bäume abholzten und verfeuerten und zeigte diesen deshalb die Kohle und wo man sie findet.

Als Bub hat mich diese Geschichte erfreut und ich war glücklich, dass keine Bäume mehr verbrannt werden mussten.

Die Kohle in unserem Keller hat den Winter über gereicht. Aber wir wohnten nah am Bahnhof und die Wäsche war oft schwarz vom Ruß. Wie ich dann älter wurde, da habe ich mir schon die ersten Gedanken zu Kohle und Umwelt gemacht. Aber dann fuhren die Lokomotiven ja mit Strom und die Autos mit Benzin. Und die Stadtwerke in Augsburg ersetzten das giftige Koksgas durch Erdgas. Welch ein Fortschritt. Alles schien bestens.

Passenderweise wurde uns in der Schule ein Film über Kernkraft gezeigt. Beliebig viel saubere Energie sei verfügbar, man müsse nur den Geist in der Flasche zähmen. Eine strahlende Zukunft.

Das alles hat mich begeistert. Heute stelle ich fest, dass ich getäuscht wurde. Und mache mir Sorge, dass in Zukunft das eine oder andere ganz ungewollt strahlen könnte.

Nach der Kerntechnologie kam die „Datenverarbeitung“, heute Informationstechnologie genannt. Der IT verschrieb ich mich 1969, vor 40 Jahren, studierte Mathematik und wurde „Informatiker“.

Vor 20 Jahren hat man mir dann erzählt, dass die Gentechnologie viele Probleme der Menschheit lösen werde. Vor vielleicht 10 Jahren galt die Nanotechnologie als der Schlüssel für eine bessere Zukunft.

Jetzt stellt man fest, dass auch hier nicht alles Gold ist, was mal so geglänzt hat. Deshalb bitte ich alle denkenden Menschen, die Folgen neuer Technologien vor ihrem Einsatz kritisch und verantwortet zu durchdenken.

RMD

P.S.
Ab und zu bin ich gespannt, was in weniger als 100 Jahren in den (elektronischen) Schulbüchern über unsere Generation stehen wird. Ich fürchte ein vernichtendes Urteil, bestenfalls Unverständnis, wie diese Menschen damals (wir) den Planeten zu Grunde richten konnten, sei es durch Zerstörung und Versiegelung des Bodens, Freisetzen von Radioaktivät, Ausbeutung der Rohstoffe, Vernichtung des Wassers, Nebenwirkungen durch naive gentechnologische Eingriffe und last not least die Kontamierung der Umwelt durch Nano-Partikel aller Art.

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