Wie die Unterhose zum Mundschutz mutierte…

Carl und Gerlinde (Folge 67)

Corona hat die Welt verändert! Wer wüsste das nicht?

Sie wissen es, meine Damen und Herren, ebenso die Geschäftsführung des Textilunternehmens TRIGA und Sie in der neuen Konzernführung wissen es auch.

Viele Unternehmen ahnten natürlich sofort, dass sich im Zusammenhang mit dem katastrophalen Mundschutzengpass ungeahnte Geschäftsmöglichkeiten auftaten! Aber TRIGA war offensichtlich schneller als die meisten anderen: sie erkannten, dass das Gebot der Stunde heißt – Analysieren, Fokussieren, Umrüsten, Synergien heben, Kräfte bündeln – und auf Teufel komm raus in dieses neue Geschäftsfeld einsteigen!

Wie es gelang, durch optimale Mitarbeitermotivation diese Mammutaufgabe zu stemmen, hören Sie, meine Damen und Herren, nun exklusiv und ungeschützt aus dem Mund unseres Kaufmännischen Geschäftsführers, Herrn Dr. Schäufele:

Vielen Dank für die freundliche Einleitung – Herr Carl S. – die mich aber sofort zum Wesentlichen drängt, denn – werte Damen und Herren – nicht nur die Textilindustrie sondern das gesamte Trikotagengeschäft steht vor einer weltweiten Revolution: die Globalisierung im Wäschebereich ist omnipräsent und – ich muss es so drastisch sagen – die Digitalisierung schreckt auch vor der Unterhose nicht mehr zurück! Im Gegenteil – man kann fast sagen – jedes Bit bringt einen Hit!

Im Klartext heißt das, dass die Zukunft der Unterwäsche nicht nur in der ‚intelligenten Unterhose aus neu entwickelten Kunstfasern‘ für das‚quengelnde Kleinkind‘ liegt, oder sich im Reizwäscheprogramm der anspruchsvollen Lady auftut, oder beim ‚undichten Greis‘ – nein! – auch der ‚leistungssteigernde Tanga‘ der Athletin zählt dazu und bei der Bardame der ‚virtuelle Slip‘ !

Doch ich warne vor ausufernden Fantasien, meine Damen und Herren, denn diese ‚digitale Innovation im Bereich Unterwäsche‘ ist kein Gaudi-Programm, sondern mutiert praktisch und faktisch zur Überlebensfrage!

Und dies nicht nur für einen Kunden, der immer anspruchsvoller wird und mehr und mehr in den Mittelpunkt drängt, sondern für die gesamte Unterwäsche-Branche, die nie vergessen darf, dass sowohl ihre Kunden als auch die Unterhosen tragenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ihr höchstes Gut sind!

Exzellenz sollte daher nicht nur in unseren Herzen walten, sondern auch reizvoll und sexy untenrum warm halten – insbesondere an Tagen, die uns trotz Klimawandel zum Frösteln bringen.

Eine ungeahnte Aufgipfelung – wie Nietzsche sagen würde – erfährt diese hoch innovative Phase ‚digitaler Unterhosenkonzeptionen‘, meine Damen und Herren, aktuell nun ausgerechnet durch ein winziges Virus, das niemand sieht und mit dem niemand rechnen konnte – das aber quasi über Nacht, der Menschheit einen Mundschutz vors Gesicht klatschte, der alle Brillenträger in herum tappende Monster verwandelt und – was noch komischer ist – diese trotzdem glücklich macht – da sie wenigstens ein Exemplar dieser Kostbarkeit ergattert haben.

Denn, meine Damen und Herren, das Corona Virus hat es geschafft, dass ein Stück Baumwollgewebe vor Mund und Nase für 7,3 Milliarden Menschen auf unserem Planeten zum begehrtesten Gut aufgipfelt – und der Unterhose im wahrsten Sinn des Wortes das Wasser abgräbt…

Und diese Tatsache, meine Damen und Herren, sehen wir bei TRIGA als eine der größten Herausforderungen dieses Jahrhunderts – und zwar als eine ‚Herausforderung zum Wohle der Menschheit‘, bei der TRIGA und seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eine ganz zentrale Rolle spielen: dies umso mehr als ein Mundschutz sich von seiner Funktionalität her kaum von der Unterhose unterscheidet, da

1. er wie die Unterhose einen hoch sensitiven Bereich, nämlich den Mund abdeckt und schützt!

2. diese Abdeckung und Schutz des Mundes sowie des Unterleibes, in der Öffentlichkeit in gewissen Lebenssituationen sehr geschätzt wird – und dies selbst noch, wenn die Unterhose kleiner als der Mundschutz sein sollte!

3. die Passgenauigkeit bei beiden Produkten von allergrößter Bedeutung ist, denn danebengehen darf nix!

4. eine Durchfeuchtung sowohl beim Mundschutz als auch bei der Unterhose nicht nur ekelig ist, sondern klar zu Funktionseinschränkungen führt.

5. die Mehrfachverwendung beider Produkte ein ökonomisches und ökologisches Muss ist, und

6. höchste Vorsicht geboten ist, bei der farblichen Abstimmung von Mundschutz und Unterhose! Denn nichts ist unangenehmer als eine eventuelle Verwechslung bei Gleichfarbigkeit von Mundschutz und Unterhose: ein repräsentativer Auftritt mit dem falschen Teil im Gesicht, ist nämlich an Peinlichkeit kaum mehr zu überbieten…

So dass, meine Damen und Herr, diese knappe Gegenüberstellung jedem von uns zeigt, dass der Mundschutz nichts anderes als die kleine Schwester des großen Bruders Unterhose ist! Und somit bestens in das Produktportfolio des Hauses TRIGA passt, und wir daher mit allen uns zur Verfügung stehenden Kräften und Ressourcen darauf setzen müssen!

D.h. ab sofort muss unser Leitmotiv zur Bewältigung dieser Mammutaufgabe lauten:

Wir schaffen das! Wenn wir nicht in die Hosen machen und so lange in die Hände spucken – bis jeder Mundschutz dies verunmöglicht !

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!“

Tja – da war Carl echt von den Socken! So ein freche und launige Rede vor der neuen Konzernführung und dem TRIGA – Management hätte Carl diesem Herrn Dr. Schäufele niemals zugetraut! Was hatte dieser Mann nur aus seinem ursprünglichen Redekonzept gemacht: offensichtlich hatte er es viel anders aufgenommen als Carl seinerzeit dachte /1/.

/1/ https://www.if-blog.de/kh/mitarbeitermotivation-und-der-virtuelle-slip-der-bardame/

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