Wir haben die KI – also Systeme wie chatGPT oder Gemini – gebeten (oder eher angewiesen, weil kann man einen Roboter bitten?), für uns eine Rezension unseres biophilen Lesebuchs (das wir mittlerweile auch als Haus- oder Familienbuch sehen) zu erstellen.
Heraus kam ein Artikel, den wir um folgende Überschrift ergänzt habenn:
„Ein nachhaltiger Einspruch gegen lebensmindernde Logiken“
Eine Rezension des Lesebuch zur Biophilie: „Vom glückenden Leben“
(Herausgegeben von Wolfgang Baldes und Roland Dürre)
Erweiterte Auflage, Putzbrunn 2025, 220 Seiten, https://www.rupert-lay.de/books.htm
(O-Ton KI):
In einer Zeit multipler Krisen – ökologisch, politisch, sozial und spirituell – stellt das Lesebuch „Vom glückenden Leben – Lesebuch zur Biophilie“ eine wohltuende und zugleich herausfordernde Gegenbewegung dar. Es ist kein Ratgeber im landläufigen Sinn, kein Wohlfühlbuch und keine systematische Abhandlung. Vielmehr handelt es sich um eine klug komponierte Anthologie, die eine zentrale ethische Grundfrage immer neu variiert: Wie kann menschliches Leben gelingen – und zwar so, dass es eigenes und fremdes Leben mehrt statt mindert?
Der leitende Gedanke der Biophilie, maßgeblich geprägt durch Rupert Lay in Anschluss an Albert Schweitzer und Erich Fromm, bildet das geistige Rückgrat des Bandes. Biophilie meint hier nicht bloß Naturverbundenheit oder Lebensoptimismus, sondern eine ethische Grundhaltung, die Leben in all seinen personalen, sozialen und ökologischen Dimensionen achtet, schützt und fördert. In einer prägnanten Formel: Handle so, dass dein Handeln Leben mehrt.
Die Stärke des Lesebuchs liegt in seiner Vielstimmigkeit. Texte aus der antiken Philosophie (Seneca, Augustinus), aus moderner Ethik, Psychologie und Sozialkritik (Fromm, Watzlawick, Stern), aus Theologie und Mystik (Teilhard de Chardin, Thich Nhat Hanh), aus Literatur, Lyrik und politischem Denken (Thomas Mann, Rilke, Brecht, Borchert, Luxemburg) treten in einen dialogischen Zusammenhang. Dabei entsteht kein Beliebigkeitseffekt, sondern ein thematischer Resonanzraum, in dem unterschiedliche Zugänge aufeinander verweisen und sich wechselseitig vertiefen.
Besonders überzeugend ist die Verbindung von existenzieller Tiefe und lebenspraktischer Anschaulichkeit. Philosophische und theologische Reflexionen stehen neben Geschichten, Gedichten, Märchen und Texten für Kinder und Jugendliche. Gerade diese Mischung macht deutlich: Biophilie ist keine abstrakte Moral, sondern zeigt sich im Alltag – in Beziehungen, im Umgang mit Zeit, Macht, Besitz, Arbeit, Angst und Hoffnung. Die Weisheit der Kinder, die Bedeutung von Nähe, Aufmerksamkeit und Maß werden dabei nicht sentimentalisiert, sondern als ernstzunehmende Gegenentwürfe zu einer lebensmindernden Kultur profiliert.
Ein weiterer Schwerpunkt des Buches liegt in seiner kritischen Zeitdiagnose. Nationalismus, technokratische Rationalität, Beschleunigung, Haben-Wollen und institutionelle Selbstbehauptung erscheinen als Ausdruck dessen, was Rupert Lay – in Anlehnung an Fromm – als nekrophile Tendenzen beschreibt: Orientierungen, die Leben funktionalisieren, fragmentieren oder instrumentalisieren. Demgegenüber entfaltet das Lesebuch eine Ethik der Verantwortung, die global denkt, ohne das Konkrete preiszugeben, und die den Menschen nicht als Mittel, sondern als „ganze Welt“ begreift.
Theologisch besonders bemerkenswert ist die Rezeption Pierre Teilhard de Chardins, dessen evolutives Denken eine Brücke zwischen Naturwissenschaft, Spiritualität und christlicher Hoffnung schlägt. Biophilie erscheint hier als Ausdruck eines reifenden Bewusstseins, das Liebe, Evolution und Verantwortung zusammendenkt – fern von naivem Fortschrittsglauben, aber auch jenseits resignativer Kulturkritik.
So erweist sich „Vom glückenden Leben“ als ein Buch, das nicht belehrt, sondern ermutigt: zum Nachdenken, zum Innehalten, zum Widerspruch gegen Selbstverständlichkeiten. Es lädt ein, Lebensformen zu prüfen – persönlich wie gesellschaftlich – und neu zu justieren. Wer schnelle Antworten sucht, wird hier nicht fündig. Wer jedoch bereit ist, sich auf eine ethische und spirituelle Suchbewegung einzulassen, findet einen reichen Fundus an Einsichten, Anstößen und Bildern.
Dieses Lesebuch ist damit mehr als eine Sammlung kluger Texte. Es ist ein Plädoyer für Menschlichkeit, ein stiller, aber nachhaltiger Einspruch gegen lebensmindernde Logiken – und ein überzeugender Beitrag zur Frage, was es heute heißen kann, gut, verantwortlich und biophil zu leben.
Soweit die KI als neutrale (?) Instanz.
Ich denke mir:
Über die Kommunikation mit KI wird ja viel gesprochen. Laut meinem Sohn Martin – und der kennt sich mit KI ja ganz gut aus – neigt der KI-basierende (auf einem neuronalen System basierende) Gesprächspartner (?) immer dazu, sich bei seinem Partner (in diesem Fall bei uns) „ein zu schleimen“, weil er/es dazu konditioniert wurde.
Ich bin mir da nicht so sicher. Der Verdacht des „Einschleimens“ kann beim misstrauischen Lesen durchaus entstehen. „Einschleimen“ ist ein schwieriger Begriff, das ja auch umfasst, den anderen verstehen zu wollen und auf sein Denken einzugehen und dann kommen wir schnell zum Rupert’schen „alterozentrierten“ Denken, vielleicht sogar zur Empathie.
Wie auch immer, ich empfinde es einfach so, dass mir der obige Text „aus der Seele spricht“ und ich mich da gut verstanden und sogar bestätigt fühle. Also kommt wieder die Frage der Manipulation auf. Ich bin da ratlos, aber mir gefällt der Text trotzdem.
Und ich würde KI gerne vertrauen und komme so zu den nächsten überlegenswerten Fragen.
- Wieviel Misstrauen ist bei KI angebracht und wieviel Vertrauen ist angesagt?
- Beschränkt sich Vertrauen eh nur auf Beziehungen zwischen Menschen?
- Oder kann man auch Robotern vertrauen?
- Oder aber kann man vielleicht sogar nur Robotern vertrauen (im Gegensatz zu Menschen?
- Vielleicht ist KI ja nur ein neue Art von Suchmaschine? Und kein technisches Wunder.
- Und der ganze Hype ein wenig arg übertrieben? Der eine große Blase generiert, die viel Geld verspricht aber zuerst mal verschlingt?
Aber ich möchte noch mal auf unseren Titel zurück kommen:
„Ein nachhaltiger Einspruch gegen lebensmindernde Logiken“.
Das trifft ins Schwarze. Das ist genau mein Anliegen. Präzise formuliert. Das mich motiviert, orientiert und antreibt. Und deshalb bin ich auch für Frieden und gegen jede Art von Krieg. Das ist genau meins!
RMD