Ich suche nach der Biophilie Maxime. Da ich faul bin, lasse ich Gemini für mich arbeiten!
Er / es / sie schreibt mir:
Die Biophilie-Maxime ist ein faszinierendes Konzept aus der Umweltethik und dem Design (Anmerkung des Autors: mit Design meint gemini hier Gestaltungsprinzip), das auf der „Biophilie-Hypothese“ des Biologen Edward O. Wilson (1984) basiert.
Kurz gesagt beschreibt sie das Prinzip, dass der Mensch eine angeborene, genetisch bedingte Liebe zur Natur und allem Lebendigen besitzt. Die Maxime fordert uns dazu auf, diese Verbindung in unserem Handeln und Gestalten aktiv zu schützen und zu fördern.
Die Kernaspekte der Maxime
Um die Biophilie-Maxime greifbar zu machen, kann man sie in drei wesentliche Säulen unterteilen:
1. Das psychologische Bedürfnis
Der Mensch hat sich über Millionen von Jahren in direkter Interaktion mit der Natur entwickelt. Die Maxime besagt, dass wir in technisierten, sterilen Umgebungen „verkümmern“. Kontakt zu Pflanzen, Tieren, Tageslicht und natürlichen Formen ist kein Luxus, sondern eine notwendige Bedingung für psychische Gesundheit und Stressabbau.
2. Ethische Verpflichtung
Daraus ergibt sich ein moralischer Imperativ: Wenn das Leben und die Vielfalt (Biodiversität) die Grundlage für unser Wohlbefinden sind, haben wir die Pflicht, diese zu bewahren. Naturzerstörung wird hier nicht nur als ökologisches Problem, sondern als Angriff auf die menschliche Identität gewertet.
3. Gestaltungsprinzip (Biophilic Design)
In der Architektur und Stadtplanung bedeutet die Maxime, Lebensräume so zu bauen, dass sie die Natur integrieren. Das Ziel ist eine „lebendige“ Umgebung durch:
Direkte Natur: Echte Pflanzen, Wasserläufe, Tageslicht.
Indirekte Natur: Verwendung von Naturmaterialien (Holz, Stein) und fraktalen Mustern.
Raumerfahrung: Schaffung von Rückzugsorten (Höhlengefühl) bei gleichzeitigem Weitblick.
Warum ist das heute so wichtig?
In einer Welt, die zunehmend von Bildschirmen und Beton geprägt ist, dient die Biophilie-Maxime als Korrektiv. Sie erinnert uns daran, dass wir nicht über der Natur stehen, sondern ein Teil von ihr sind.
Wissenschaftlicher Hintergrund: Studien zeigen, dass der Anblick von Natur die Herzfrequenz senkt und das Stresshormon Cortisol reduziert. Die Maxime macht sich diesen messbaren Effekt zunutze.
Zusammenfassung: Die Leitlinie
Die Maxime lässt sich in einem Satz zusammenfassen:
I. WILSON
Handle stets so, dass die Verbindung zwischen Mensch und lebendiger Natur gestärkt und niemals dauerhaft unterbrochen wird.
Möchtest du wissen, wie man dieses Prinzip konkret in der Architektur oder am eigenen Arbeitsplatz umsetzen kann?
Das war schon sehr beeindruckend und klingt auch schon ganz schön gut. Aber ich bin ja auf der Suche nach der Biophilie Maxime von Rupert Lay und frage bei nochmals Gemini nach.
Prompt kommt die Antwort:
Ah, das ändert den Kontext entscheidend! Während E.O. Wilson die biologische Seite betont, ist die Biophilie-Maxime von Rupert Lay (einem Jesuiten und renommierten Wirtschaftsethiker) ein rein ethischer Handlungsleitfaden.
Lay überträgt den Begriff der Biophilie (die Liebe zum Leben) in ein konkretes Moralprinzip für die Lebensführung und Führungsethik.
Die Definition nach Rupert Lay
Die Maxime lautet bei Lay sinngemäß:
II. (LAY).
„Handle so, dass du das Leben in dir selbst und in anderen sowie die Bedingungen für dieses Leben förderst und nicht minderst.“
Es geht also um die bewusste Entscheidung für das „Lebendige“ und gegen das „Tote“ (Destruktive, Mechanische).
Die drei Ebenen der Maxime
Rupert Lay unterteilt die Anwendung der Maxime meist in drei Verantwortungsbereiche:
Gegenüber sich selbst: Selbstsorge, die Entfaltung der eigenen Talente und die Achtsamkeit gegenüber der eigenen Gesundheit (physisch und psychisch).
Gegenüber dem Mitmenschen: Förderung der Autonomie und des Wachstums anderer. Man soll Menschen als Subjekte behandeln, nicht als bloße Mittel zum Zweck (hier lehnt sich Lay stark an Immanuel Kant an).
Gegenüber der Umwelt/Systemen: Die Gestaltung von Lebens- und Arbeitsbedingungen, die menschliches Wachstum erst ermöglichen, statt es durch starre Hierarchien oder Angst zu ersticken.
Biophilie vs. Nekrophilie (nach Lay & Fromm)
Lay bezieht sich stark auf den Psychoanalytiker Erich Fromm. Er unterscheidet zwischen zwei grundlegenden Charakterorientierungen:
Biophilie: Die Leidenschaft für alles Lebendige; das Bestreben, Strukturen zu schaffen, die Wachstum, Freiheit und Lebendigkeit fördern.
Nekrophilie: Hier nicht im sexuellen Sinne gemeint, sondern als die Vorliebe für das Unlebendige, Starre, Mechanische und Kontrollierte. Nekrophile Strukturen im Management sind z. B. solche, die Menschen wie Zahnräder in einer Maschine behandeln.
Warum ist Lays Maxime in der Wirtschaftsethik so bekannt?
Rupert Lay war einer der ersten, die Ethik nicht als moralischen Zeigefinger, sondern als Bedingung für langfristigen Erfolg sahen. Seine Argumentation:
- Wer biophil führt, schafft Vertrauen.
- Vertrauen reduziert Komplexität und Angst.
- Angstfreie Mitarbeiter sind kreativer und leistungsfähiger.
Die Biophilie-Maxime ist also ein Plädoyer für eine humane Unternehmenskultur, in der Profitabilität ein Resultat von gesundem Wachstum ist, nicht von Ausbeutung.
Soll ich dir zeigen, wie man diese Maxime konkret auf eine schwierige Entscheidungssituation im Berufsalltag anwendet?
Wau, da steht alles drin. Ich markiere die Stellen, die mir besonders sind wichtig sind, mit Aufzählungspunkten und „bold“. Und bin mal schon sehr zufrieden. Im Anschluss bietet mir der Roboter ja sogar noch seine Hilfe bei konkreten Use Case (schwierige Entscheidungssituation im Berufsalltag) an.
Mir bleiben noch Fragen!
Denn mir fehlen noch ein paar wichtige und zentrale Gedanken. Denn wie man sagt „Wer sich auf seinen Lorbeeren ausruht, der trägt diese am falschen Körperteil!“. Das gilt für die Philosophen genauso wie für alle Menschen. Und damit auch für die Philosophie. So haben wir. Ich meine, wir dürfen uns auf unseren Errungenschaften nicht ausruhen!
Jetzt haben wir schon zwei Biophilie-Maxime (I. von Wilson und II. Lay). Die passen übrigens wie ich finde gut zusammen. Früher hatte Rupert Lay an Stelle von Maxime auch das Wort Postulat benutzt.
Wir könnten ein wenig Nachdenken, (oder auch die KI arbeiten lassen) um schnell ein drittes oder viertes Biophilie-Postulat im Sinne von Erich Fromm oder von Albert Schweitzer zu schreiben (oder schreiben zu lassen). Dann hätten wir schon vier.
Wir müssen Biophilie aber auch weiterentwickeln. Vielleicht sollten wir ein modernes und aktuelles Biophilie-Postulat schreiben. Dann hätten wir schon ein Fünftes. Und eines Tages müßte ein Sechstes entstehen. Und so weiter … Mit oder ohne KI.
Denn Leben ist immer im Fluß. Man sagt, dass Wandel und die Veränderung das einzig Konstante und Stabile in unserem sind. Werte und Erwartungen ändern sich wie Interessen und Bedürfnisse (Eselsbrücke WEIB). Auch Bewertungen und Träume der Menschen ändern sich. Sie sind dynamisch wie die gesellschaftlichen und privaten Lebenssituationen und die ganze Zivilisation. Dem müssen wir Rechnung tragen.
Also müssen wir ALLES was uns wichtig ist, immer und immer wieder erneuern und überarbeiten. Das gilt für unsere Gesetze, Regeln, Satzungen und Verfassungen genauso wie wie für unsere Überzeugungen und Lösungen. Und das gilt genauso für die Demokratie und Lebensvorgaben. Also auch ganz besonders für die so wichtigen Biophilie-Postulate oder -Maxime.
Nebenbei bemerkt: Für die Demokratie gilt das auch. Wir haben sie vernachlässigt und sie auf in Verfassungen und Grundgesetze fixiert. Weil wir sie absichern wollten. Und bekommen heute fast weltweit (auch in Europa) die Quittung! Für Verfassungen und (Grund-)Gesetze gilt halt auch die Volksweisheit „wir haben es so gut gemeint aber schlecht gemacht“. Also lasst uns mit der Biophilie nicht so verantwortungslos umgehen wie mit der Demokratie. Denn Leben kann man nicht festschreiben. Es lässt sich auch nicht konservieren. Den beim Konservieren wird abgetötet.
Mir erscheint, dass wir Begriffe wie Ambivalenz und das englische BIAS, (neu) verstehen lernen müssen. Weitere Begriffe wie Disruption, Resilienz, Antifragilität, Nachhaltigeit … müssen wir sogar neu erlernen. Ich sprech mal nur über Anbivalenz:
Ambivalenz
Alles hat seine zwei Seiten. Das nennt man wohl „ambivalent“! EIn Wort, dass ich erst spät in meinem Leben kennen gelernt und verstanden habe. Genauso geht es mir mit dem englischen Begriff BIAS. Wie lange ich gebraucht, bis ich gelernt habe, welche Tragödien sich hinter diesen vier Buchstaben verbergen können. Dagegen klingt die deutschen Worte „widersprüchlich“ und „zerrissen“ fast harmlos.
Alles hat seine „biophile“ und „nekrophile“ Seite. Das fängt bei der Geburt an und geht bis zum Tod weiter. Leben beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod. Seltsamerweise machen wir uns über die Zeit vor der Geburt keine oder nur wenig Gedanken. Den Tod dagegen fürchten wir. Panische Angst erfasst uns nur beim Gedanken an ihn. Wir haben sogar einen Himmel erfunden, um ihm entgehen zu können. Und fragen uns nicht, was eigentlich vor der Geburt war. Und sind dauernd auf der Suche nach den Sinn (des Lebens).
So gesehen ist die Biophilie mehr als das das Prinzip, dass der Mensch eine angeborene, genetisch bedingte Liebe zur Natur und allem Lebendigen besitzt (Edward O. Wilson) oder ein ethischer Handlungsleitfaden (Rupert Lay). Vor allem ist Biophilie die Fähigkeit, auch die Nekrophilie der Welt verstehen zu können. Sie zu akzeptieren und mit ihr „konstruktiv“ umzugehen. Und sich dann „richtig“ (biophil) zu entscheiden
Vielleicht dürfen wir dann, wenn wir das geschafft haben, die Menschheit als „biophil“ bezeichen und die Menschen sich „biophile Wesen“ nennen!
Aber bis dahin erscheint es mir noch ein großer Schritt!
RMD


