Toleranz-GEBOT ! ??

Heute knüpfe ich an die Gedanken meines letzten Artikels an. In diesem habe ich die zentrale Frage gestellt:
„Was ist wichtiger:

Vernunft oder Gefühl?

Viele Jahre habe ich geglaubt, dass das Mittelalter so eine Art Interregnum war, das dem Höhenflug der Antike (in Griechenland und Rom) folgte. Und dass diese finstere tausendjährige Periode von der Aufklärung abgelöst wurde, die uns zum Bedienen des eigenen Verstandes ermutigte und so die Neuzeit begründete.

Ich ging davon aus, dass man jetzt mit Vernunft und logischem Denken fast alle Probleme lösen könne und Antworten auf fast alle Fragen finden würde. Ich fand es deshalb sinnvoll, sich mit „philosophischen Konstrukten und Theorien“ zu beschäftigen. Die Biophilie nahm ich als Königsdisziplin wahr, mit der ich meine Probleme lösen wollte.

Dem war wohl nicht so! Denn ich komme immer mehr ins Grübeln, ob das ganze Philosophieren überhaupt einen Sinn macht. Zum Beispiel habe ich gelernt, dass Toleranz ein ganz hoher Wert sei. Auch aus Sicht der Biophilie („biophilen Theorie“).

Dann kam im Diskurs die Frage auf, „wie ein toleranter Mensch denn mit Intoleranz umgehen solle“? Und als Antwort auf diese Frage, bekam ich zur Antwort:

„Wir müssen alles tolerieren. Außer der Intoleranz, die dürfen wir gar nicht tolerieren.“

Aus diesem von mir schon stark vereinfachten Sachverhalt, der mir mit vielen und komplizierten Gedanken begründet und erklärt wurde, habe ich – für mich – als handlungsleitend die Kurzform abgeleitet:

„Sei immer tolerant außer bei Intoleranz!“

Das klingt einfach. Und sagt uns, dass wir tolerant sein sollen und andere Arten zu leben akzeptieren sollen. Mit der Ausnahme, dass wenn wir auf Intoleranz treffen, damit Schluß sein muss! Weil wir gegen Intoleranz vorgehen müssen.

Deontologische Moralismen klingen oft so einfach. Im Leben aber funktionieren sie nicht.
Ein Beispiel: Das bekannteste deontologische Prinzip ist „Ehrlichkeit ist das höchste Gut“. Kant hat die Wahrheit als oberste deontologische Tugend eingefordert. Gerade radikale Moralisten schließen sich da an, obwohl ethisch das Gebot, unter allen Umständen immer die absolute Wahrheit sagen zu müssen, einfach zu widerlegen ist. Zum Beispiel mit einer Notlüge.

Ich würde mir wünschen, dass man die Fähigkeit zur Toleranz so hoch wie nur möglich realisiert (natürlich mit den selbstverständlichen und natürlichen Einschränkungen wie sie vielleicht dem Vermeiden von Konflikten dienen).

Ich stimme aber nicht zu, dass ein Mensch, der tolerant zu sein versucht, intolerant sein muss, wenn er auf Intoleranz trifft. Vielleicht gibt es bessere Strategien, mit Intoleranz umzugehen, als sie offen anzugreifen? Man kann Ignoranz zum Beispiel ignorieren. Das ist besser als sie gross zu machen. Oder man lehnt sie aktiv ab und lebt sie besser vor.

Warum ist mir die Toleranz so wichtig?

In allen Bereichen meines Leben treffe ich auf Faschismus. Der hat mir schon als Kind ein Trauma beschert, das durch meine Jugend verfolgt hst. Ob es die Eltern, die Lehrer in der Schule waren, beim Fußball oder im Alltag, immer habe ich Faschismus erlebt. Besonders die Rituale in Gemeinschaften wie der Schule und Kirche erschienen mir immer ein wenig faschistisch.

Wie ich erwachsen wurde, ist mir die Verbreitung des Faschismus in Gesellschaft und Wirtschaft aufgefallen. Schon bei der Gründung von Siemens im Jahre 1847 hat Werner von Siemens beschlossen, bei ihrer Organisationsform dem Modell der Reichswehr zu folgen und die Mitarbeitern ganz selbstverständlich in Hierarchien eingeordnet. Ab das gab es „disziplinarische“ Vorgesetzte (und natürlich auch Nachgesetzte). Das wurde zum erfolgreichen Führungs-Modell des Industrie-Zeitalters und habe ich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch so erlebt. Mit einer gewaltigen faschistischen Note, die letzten Endes der Grund für meine Kündigung war.

Auch in allen mir bekannten Kirchen hat der Faschismus gelebt. Das waren nicht nur die monotheistischen  Religionen unseres Kulturkreises (wie Juden, Christen aller Art, Mosleme …)! Auf meinen Reisen habe ich die Rituale von Mönchen des Buddhismus und Brahmanismus, die Praxis der Bahá’i (mit ihrem Lotus-Tempel in Neu-Dehli) und den Jainismus als Besucher als faschistische Praktiken erlebt (oft als „im Schafspelz“, was sie ja nicht weniger gefährlich macht). Immer hatte ich den Eindruck, dass Menschen manipuliert und durch emotionale Narrative ausgerichtet wurden.

Vielleicht waren die Natur-Religionen der Indianer oder Massai noch noch ohne den Anspruch der faschistischen Heilsverkündung? Aber spätestens mit den Religionen mit Opfer-Kult (wie die Inka Südamerikas) war das vorbei.


An dieser Stelle würde mich die Frage interessieren, ob es so etwas wie einen „pazifistischen Faschismus“  oder „faschistischen Pazifismus“ überhaupt gegen darf und kann?


Aber weiß noch genau, die bei der Verabschiedung von meiner Oma eine größere Gruppe von Klageweibern ihre Rosenkränze runter geleiert hat. Und wie das bei mir eine Mischung zwischen Grauen und Panik ausgelöst hat.

So geht es mir auch bei allen quasi-religiösen Veranstaltungen. Im kirchlichen Umfeld (gleich ob „Gottesdienst“ oder „aufgeklärte Bibellesung“) wie im gesellschaftlichen (Jahres- oder Gedenktag). Im militärischen Umfeld (das gehört ja leider wieder bei uns voll dazu), graut es mir, gleich ob ich „nur“ die Sirenen am Samstag Vormittag höre oder ob ich ein feierliches Gelöbnis oder Zapfenstreich mit erleben muss. Die Ansprachen, die Musik und die Rituale lösen bei mir ein Schauern aus. Ich fühle körperliche Beschwerden und bekomme Schmerzen. Weil ich immer merke, wieviel Faschismus auch oft in den Details drinsteckt.

Beim Fußball oder Sportveranstaltungen (Basketball, Handball, Volleyball), eigentlich allen Großveranstaltungen (wie Olympiaden, Welt- oder Europameisterschaften etc.) geht es mir ähnlich. Ich fühle mich z.B. beim Einlauf der Mannschaften (Gladiatoren) des öfteren an die Reichstags-Veranstaltungen im 3. Reich erinnert und verstehe die Fan-Kultur auch nicht mehr. Ich mag keine „Emotionen aus zweiter Hand“. Genauer gesagt: „Mir graut davor!“. Ich finde, dass die Erzeugung von „Emotionen aus zweiter Hand“ oft  leichtfertig und unverantwortlich durchgeführt. Einfach weil sie so viel Spass macht gut. Das gilt besonders für Massenveranstaltungen wie Rockkonzerte aber politische Veranstaltungen. Ich beginnen dann zu leiden und ertrage es kaum mehr.

Deswegen vermeide ich solche Erlebnisse, soweit möglich. Ab und zu gehe ich aus Neugierde oder alter Gewohnheit dann doch mal wieder zu solchen Veranstaltungen. Dann graut es mir und ich bin froh, wenn ich dieser Welt wieder entkommen bin.

Oft kann ich solchen Veranstaltungen nicht entkommen. Weil sie groß in der Welt zelebriert werden. Dann sehe ich mich als Opfer. Und verstehe nicht, dass die Gesellschaft dem Opfer vorschreibt, es habe „religiöse Gefühle“ zu respektieren.

Allerdings – noch schlimmer – meine ich, sogar beim Faschismus, dass man diesem nicht mit Faschismus begegnen darf.

Es stellt sich mir eine weitere Frage: Enthält nicht vieles, was wir als groß und schön verehren, eine ziemlich offen zur Schau getragene Dosis von Faschismus?

Ich denke an Musik: Beethoven, Bach oder weil wir gerade bei „B“ sind: Steckt nicht auch im „All you nee is love“ der Beatles eine faschistische Botschaft: „Liebe um jeden Preis“, das ist – so schön wie es sich anhört, doch auch ein wenig faschistisch. Obwohl es mir schmerzt.

So mag ich keine Antifaschisten., denn
Antifaschismus heißt für mich, Faschismus auf den Faschismus anzuwenden.

Und das darf es auch nicht sein. Denn Faschismus bleibt Faschismus, und darf deshalb nicht – zu Antifaschismus permutiert – salonfähig werden. So wie die Intoleranz nicht zur Intoleranz werden darf!

Praktische Beispiele:

  • Trump ist als Präsident der USA und Milliardär ein mächtiger Mann. Im Iran gibt es ein Regime, dass die Menschen unterdrückt. Das Menschen ermorden läßt und Terror ausübt. Das empfindet er als Unrecht. Das ist es ja wohl auch. So erklärt er dem Iran den Krieg. Die sind ja selber schuld, denn sie müssen ja nur kapitulieren. Das können die Mullahs aber nicht, weil sie (selbstverschuldet) mit dem Rücken zur Wand stehen…
    Also werde also Energieanlagen und Infrastruktur (wie Brücken) zerstört und er droht, das Land in die Steinzeit zurück bomben.
    Das darf nicht sein. Auch dann nicht, wenn er damit erfolgreich ist.
  • Putin ist auch ein mächtiger Mann. Er hat sich zum Tyrann hochgearbeitet. So regiert er. Läßt seine Widersacher ermorden und Foltern.  Vom erfolgreichen Westen fühlt er sich eingekesselt. aus gutem Grunde.
    Sein ukrainisches „Brudervolk“ wendet sich von der ehemaligen gemeinsamen Kultur ab. Er bekommt es mit der Angst. Als Folge zerstört er die Infrastruktur und die Gebäude der Ukraine. Überzieht den ehemaligen engen Verbündeten mit einem Krieg, droht es zu vernichten. Nebenbei nimmt er die Tötungen und Verletzungen von Tausenden russischer und ukrainischer Menschen in Kauf. Dies auch im Namen  der orthodoxen Kirche. Und will sein ehemaliges „Schwester/Brudervolk“ vernichten!
    Das riecht (stinkt) doch nach Faschismus?

Eine Welt, ohne Faschismus und voller Toleranz! Eine Welt des Pazifismus! Das wünsche ich uns und mir!

 


An dieser Stelle würde mich die Frage interessieren, ob es so etwas wie einen „pazifistischen Faschismus“  oder „faschistischen Pazifismus“ überhaupt gegen darf und kann?


Vielleicht müssen wir unsere ungeliebten Dämone wie NEID, HASS, KRIEG, GEIZ, WOLLUST, ZORN … und Untugenden wie FASCHSIMUS und INTOLERANZ tatsächlich akzeptieren und mit ihnen leben, weil sie einfach normal sind und Teil von uns (dem Menschen sind) sind? Und erstmal den inneren Frieden suchen und finden? Und nicht unser Maul aufrissen und besser wissen. Und keinen sinnlosen Diskurs bis zum philosophischen Overkill treiben, sondern beobachten und schauen, wie es weiter geht …

RMD


Ich muss gestehen, dieser Artikel hat mich fast wahnsinnig gemacht. Immer wieder habe ich an ihm herum gedoktert. Und fand dann die neuen Formulierungen noch schwieriger als die alten. Und war nie zufrieden.

Dann habe ich aufgegeben und die KI zu meinem Artikel gefragt. Gemini hat mir dann aber so etwas „den Kopf gewaschen“. Und mir klar gemacht, wie begrenzt menschliche Denken ist. Und daran die vermeintliche Omnipotenz der Philosophie wie auch der KI auch nichts ändern.

Ich habe einen Teil der Antworten einfach aufgelistet:

Hier Aussagen von Gemini zum Artikel im Rahmen meines Dialogs mit der KI:


Zuerst ein paar Sätze, die mich wie Nackenschläge getroffen haben:

„​Willkommen im Club der Philosophen! Wenn es einfach wäre, hätten es Platon oder Kant schon vor Jahrhunderten mit einem Dreizeiler erledigt. Das Gefühl der Unlösbarkeit ist eigentlich ein Qualitätsmerkmal deiner Gedanken: Du hast die Aporie erreicht – den Punkt, an dem das logische Denken gegen die Wand fährt.

​Aber genau hier wird dein Artikel spannend. Anstatt die Unlösbarkeit als Scheitern zu sehen, könntest du sie zum Thema machen. ​Vielleicht ist die Lösung nicht, wie man gewinnt, sondern dass man den Schmerz des Widerspruchs aushält.

​…
Wer gegen Intoleranz kämpft, muss sich die Hände schmutzig machen, aber er darf dabei niemals aufhören, sich dafür zu schämen!

Sobald man den Kampf gegen das System genießt oder ihn moralisch für „rein“ erklärt, ist man verloren.

Der „moralische Kompass“ ist dann nicht mehr die Hoffnung auf ein Happy End oder eine saubere Weste, sondern die ehrliche Anerkennung des Dilemmas.


Es ist die Entscheidung, lieber im Paradoxon zu verharren, als sich in die einfache (aber gefährliche) Logik der Gegengewalt zu flüchten.

Dann wird es wieder philosophisch:

Das ist der Punkt, an dem die klassische Individualethik an ihre Grenzen stößt. Ein System hat kein Gewissen, das man durch gewaltfreien Widerstand beschämen könnte, und es hat keinen Körper, den man einfach einsperren kann. Es ist ein Geflecht aus Regeln, Institutionen, Gewohnheiten und technokratischen Abläufen.

​In deinem Artikel wird die Frage hier existentiell: Wie bekämpft man eine Maschine, ohne selbst zu einem Rädchen in einer Gegen-Maschine zu werden?

oder philosophisch kompliziert 🙂

​Hier sind drei Ansätze, wie man systemischen Gegnern begegnen kann, ohne die eigene Integrität (den „Pazifismus“ oder die „Toleranz“) zu opfern:
​1. Sand im Getriebe statt Sprengstoff (Sabotage der Logik)
​Wenn der Gegner ein System ist, ist seine größte Stärke seine Reibungslosigkeit. Ein Weg besteht hier in der Funktionsstörung.
​Die Methode: Nicht die Vernichtung des Systems durch Gewalt, sondern die Verweigerung der Zuarbeit. Systeme brauchen Gehorsam, Daten und Steuern.
​Philosophischer Hintergrund: Thoreau oder Václav Havel („Versuch, in der Wahrheit zu leben“). Wenn genug Menschen so tun, als gäbe es die Systemlogik nicht, bricht das System zusammen, weil es seine „Wirklichkeit“ verliert.
​Das ist nicht militant, aber hochgradig effektiv. Es ist eine Form von „intoleranter Passivität“.
​2. Die „Hintergehung“ des Systems (Subversion)
​Systeme neigen dazu, alles zu absorbieren, was frontal gegen sie prallt (daher die Gefahr, dass der Gegen-Faschismus nur die Energie des Systems füttert).
​Die Strategie: Anstatt das System frontal anzugreifen, nutzt man dessen eigene Regeln gegen es selbst. Man nennt das oft Subversion oder Mimikry.
​Die Gefahr: Man macht sich dabei die Hände schmutzig, weil man Teil des Systems bleibt, während man es untergräbt. Aber man bleibt im Kern „sauber“, weil man die Logik des Systems (z.B. den Hass) innerlich nicht übernimmt.
​3. Das Ersetzen statt das Zerstören (Präfigurative Politik)
​Das ist vielleicht der stärkste „dritte Weg“: Man verschwendet seine Energie nicht primär darauf, das alte System zu bekämpfen, sondern baut parallel ein neues auf.
​Die These: Ein System stirbt nicht, wenn man es schlägt, sondern wenn es obsolet wird

oder philosophisch entgegenkommend / belehrend:

​Die kritische Frage für deinen Artikel:
„Darfst Du alles tun, weil ein System keine Rechte hat?“

Hier lauert die Falle, die du vorhin angesprochen hast:
​Wenn man ein System mit „systemischen“ Mitteln (Überwachung, Zwang, Propaganda) bekämpft, baut man nur ein neues System derselben Qualität auf. Man tauscht nur das Vorzeichen aus, aber die Gleichung der Unterdrückung bleibt identisch.

oder philosophisch allwissend:

Untersuche den Begriff der Entmenschlichung. Systeme entmenschlichen ihre Gegner. Wenn wir im Kampf gegen ein System anfangen, die Menschen, die darin funktionieren, nur noch als „Systemträger“ oder „Feinde“ zu sehen, haben wir die faschistische Methode bereits übernommen.

Die These für deinen Artikel könnte lauten:

„Der Sieg über ein intolerantes System ist nur dann ein echter Sieg, wenn die Mittel des Kampfes die Welt nach dem Sieg bereits widerspiegeln. Ein militanter Pazifismus ist ein Widerspruch in sich, weil er den Krieg im Namen des Friedens verewigt.“

und dann wird es wieder philosophisch logisch 🙂

Das ist die logische Konsequenz deines Arguments und führt uns mitten in die Aporie (eine unauflösbare theoretische Sackgasse). Wenn Pazifismus militant wird, begeht er im Grunde „philosophischen Selbstmord“.
​Hier wird es für deinen Artikel besonders spannend, denn du triffst den Kern der Identitätsproblematik:

​1. Das Etikettierungs-Dilemma
​Wenn ein Pazifist zur Waffe greift, um den Frieden zu erzwingen, stellt sich die Frage: Ist er dann überhaupt noch ein Pazifist?
​In der Logik bedeutet das: Ein Quadrat, das rund ist, ist kein Quadrat mehr.
​Ein Pazifismus, der militant ist, nutzt die Logik des Krieges, um den Krieg abzuschaffen. In deinem Artikel könntest du argumentieren, dass das Präfix „Pazif-“ hier nur noch als moralische Camouflage für eine ganz gewöhnliche militante Handlung dient.
​2. Zweck-Mittel-Verschmelzung
​Viele Denker (wie etwa Mahatma Gandhi oder Hannah Arendt) würden dir zustimmen: Die Mittel sind der Zweck im Werden.
​Man kann nicht durch Gewalt zur Gewaltfreiheit gelangen, weil die Gewalt die Struktur der neuen Friedensordnung bereits infiziert.
​Wenn du Faschismus mit faschistischen Methoden bekämpfst, schaffst du keinen Antifaschismus, sondern nur einen Konkurrenz-Faschismus. Die Struktur der Unterdrückung bleibt dieselbe, nur das Personal an der Spitze wechselt.
​3. Die psychologische Komponente: Die „Heilige Wut“
​In der Philosophie wird oft übersehen, wie sich das Subjekt verändert. Wer „intolerant gegen die Intoleranz“ ist, entwickelt oft eine moralische Selbstgerechtigkeit.

und philosophisch altklug

Hier sind drei Ebenen, die deinem Artikel die nötige Tiefe geben könnten, um diese „Spiegelbild-Problematik“ zu analysieren:
​1. Das strukturelle Argument: „Faschismus gegen Faschismus“
​Wenn du fragst, ob ein „Gegen-Faschismus“ ebenfalls zu verurteilen ist, sprichst du die Form der Auseinandersetzung an.
​Die Gefahr: Faschismus zeichnet sich nicht nur durch Inhalte (Rassismus, Nationalismus) aus, sondern durch seine Methode: Gewalt, Unterdrückung von Dissens, Entmenschlichung des Gegners und die Aufhebung des Rechtsstaats.
​Das Urteil: Wenn eine Bewegung „faschistische Methoden“ nutzt, um Faschismus zu bekämpfen, zerstört sie die liberale Ordnung von innen heraus. Man nennt das oft das Erosionstheorem: Der Schutz der Freiheit durch Unfreiheit höhlt die Freiheit aus, bis nur noch die Hülle übrig bleibt.
​2. Die moralische Falle: Die „Tu-quoque“-Logik
​Oft hört man das Argument: „Wenn ihr uns unterdrückt, seid ihr doch genau wie wir!“ * Hier musst du in deinem Artikel vorsichtig differenzieren. Es gibt einen Unterschied zwischen inhaltlicher Intoleranz (ich lehne deine Ideologie ab) und formeller Intoleranz (ich entziehe dir deine Grundrechte).
Ein Staat, der eine faschistische Partei verbietet, nutzt zwar Macht, aber er tut dies idealerweise auf Basis einer Rechtsnorm, nicht aus reiner Willkür. Ein Faschist hingegen nutzt Macht, um die Rechtsnorm abzuschaffen.
​3. Das Paradoxon der „reinen Hände“
​Das ist der Kern deines Unbehagens: Darf man sich „schmutzige Hände“ machen, um das Schlimmste zu verhindern?
​Die skeptische Position: Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehen, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird (Nietzsche). Wenn die „Anti-Intoleranz“ genauso dogmatisch, aggressiv und blind für Zwischentöne wird wie ihr Gegenüber, verliert sie ihre moralische Überlegenheit.
​Die funktionale Position: Eine absolute Verurteilung jeglicher „Intoleranz gegen Intolerante“ könnte zur Handlungsunfähigkeit führen. Wenn die Feuerwehr Wasser nutzt, um Feuer zu löschen, „bekämpft“ sie das Element – aber sie wird dadurch nicht selbst zum Brandherd.

aber jeder kann sich raussuchen, wie er es bewertet:

„Ein Pazifismus, der militant wird, ist kein Schutz des Friedens, sondern ein Sieg der Gewalt über den Geist.“ ​Die Gegenfrage zur Prüfung: Wenn wir den Pazifisten zwingen, absolut friedlich zu bleiben, während er vernichtet wird – opfern wir dann die Gerechtigkeit der Reinheit der Lehre?
​Wenn wir gegen das „Böse“ kämpfen und dabei seine Maske aufsetzen, kämpfen wir am Ende gegen unser eigenes Spiegelbild.

Und der „große Denker“ Popper wird auch zitiert …

​Popper argumentierte in „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“, dass uneingeschränkte Toleranz zum Verschwinden der Toleranz führt. Seine Kernthese: Wenn wir die Intoleranten blind tolerieren, werden sie die Toleranten vernichten und damit die Toleranz selbst.„Gegen Intolerante darf man intolerant sein“, wer definiert dann, wer „intolerant“ ist? Das ist das größte Risiko: Dass der Begriff zum Schlagstock wird, um unliebsame Meinungen zu unterdrücken.

(Quelle: Dialog mit Gemini, kommentiert von)


Es war harte Arbeit! Es prasselte auf mich nur so ein.

SUMMARY:

  • Irgendwann kommt der Punkt, an dem das logische Denken gegen die Wand fährt!
  • Am Ende bleibt nur das Scheitern (als der einzig richtige Kompass)!
  • Nicht zu scheitern führt in den Irrtum!
    (Immer wenn ich glaube, ich habe etwas verstanden, dann war das nichts)
  • Den Schmerz des Widerspruchs muss ich halt aushalten !!!

Soweit meine QUINTESSENZ!

(Bin jetzt aus jeden zu gleich zufriedener und unzufriedener als vorher! )

RMD

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