TAG der BUNDESWEHR

Seit mehr als 34 Jahren wohne ich im Süd-Osten von München. 1972 habe ich Augsburg verlassen und habe eine Wohnung München Landsbergerstr. in Neuperlach bezogen. Von dort ging es weiter nach Laim in die St.-Ulrich-Strasse. 1980 ging die Reise ab in den Südosten. Über 2 Stationen in München (Adam-Berg-Str. und Markgrafenstr.) ging es weiter in den Südosten. 1992 habe ich es nach Riemerling in die Waldparkstr. und dann weiter nach Neubiberg ganz nahe bei München geschafft. Da lebe ich heute noch.

Von meinen Haus sind es Luftlinie vielleicht 1,5 km zur Grenze der Landeshauptstadt. Von Neubiberg ist das für eine Drohne ein Katzensprung. Zynisch könnte man sagen, die ist schon im Ziel (du bist schon tot), bevor diese gestartet wurde.

Neubiberg rühmt sich, Gartenstadt und eine Universitätsgemeinde zu sein. Die Gartenstadt beherbergt nämlich die Universität der Bundeswehr. Der Standort „Universität Neubiberg“ war früher – und ist es wohl auch heute noch – Teil der Luftwaffe. Obwohl es die Luftwaffe ganz offiziell wohl gar nicht mehr gibt. Aber dazu später.
(Ich war ja 18 Monate als Wehrpflichtiger bei der Luftwaffe. In Ulm, obwohl ich eigentlich noch in Augsburg lebte. In dieser Zeit war ich unter anderem auch zweimal in Neubiberg. Einmal auf einem Lehrgang – keine Sorge ich bin kein Offizier geworden. Nur Ausbilder. Das zweite Mal war es auf einem soldatischen Ausflug im Rahmen eines anderen Lehrgangs. Wir sind dann kurz mal vom Kurs in Germersheim nach Neubiberg geflogen. Da bin ich im Truppentransporter tatsächlich noch auf dem Militärflughafen Neubiberg gelandet. Früher war das ein Teil des „Fliegerhorsts Neubiberg“, aus dem heute der „Landschaftspark Hachinger Tal“ wurde. So kam ich auch als Soldat das erste mal mit dem legendären Jacobus (Starkbier) der ebenso legendären Forschungsbrauerei in Perlach 1971/1972 in intensiven Kontakt) 🙂

Heute ist der 6. Juni, der Tag der Bundeswehr. Die Bundeswehr feiert sich in der Öffentlichkeit. Bundesweit, auch und besonders in Neubiberg. Und wirbt für neue Kämpfer. Das bedeutete unter anderem in den letzten Tage – und auch heute – einen regen regionalen Flugverkehr um Neubiberg. Irgendwie wie müssen ja die Schaustücke und das Propagandamaterial nach Neubiberg kommen. Da der Standort zur Luftwaffe gehört, erfolgte die Anlieferung des Materials in den letzten Tagen überwiegend durch große Transporthubschrauber. Und die geplante Flug-Parade von drei Transportfliegern im tiefen Formationsflug über der Kaserne musste ja auch getestet werden.
(Früher haben wir bei der Luftwaffe unsere Bierfässer mit dem Lkw transportiert).

Hier ein wenig bundesdeutsche Militärkunde für Anfänger:


Die ehemaligen Waffengattungen (Heer, Marine und Luftwaffe) nennt man offiziell Teilstreitkräfte (abgekürzt TSK). Hier die Unterschiede, damit du die Begriffe abgrenzen kannst:

​Teilstreitkräfte (TSK):
So werden die großen Hauptbereiche der Bundeswehr
feiner unterteilt (vor allem bei der Kategorie Heer). Beim Heer gibt es zum Beispiel die Waffengattungen der Infanterie (wie Grenadiere oder Jäger), der Panzertruppe, der Artillerie oder der Heeresflieger. Sie fassen Truppenteile zusammen, die ähnliche Waffen nutzen oder dieselbe Art des Kampfes führen.

​Der aktuelle Überblick zur Bundeswehr

​Um das Bild zu komplettieren: Früher gab es drei Waffengattungen, eben die drei „Klassiker“. Die Bundeswehr wurde in den letzten Jahren umstrukturiert. Anstelle der klassischen drei Teilstreitkräfte gibt es heute insgesamt vier Teilstreitkräfte und zwei organisatorische Großbereiche (den militärischen Organisationsbereichen).
Die neue Ordnung „als Matrix“ erfolgt in vier Kategorien. Die Namen der vier
Streitkräfte sind:

  •  Heer (Landstreitkräfte)
  •  Luftwaffe (Luft- und Weltraumraumüberwachung)
  • Marine Seestreitkräfte und
  • Cyber- und Informationsraum (CIR) IT (Cybersicherheit und elektronische Kampfführung)

Weiter hat man zwei große Organisationsbereiche:

  •  Streitkräftebasis (SKB) Logistik, Feldjäger, ABC-Abwehr (Unterstützung)
  • Organisationsbereich Zentraler Sanitätsdienst (Medizinische Versorgung der Soldaten) 

Ich kann natürlich nicht wissen, ob es aktuell immer noch so ist. Man hat versucht, eine „Matrix-Organisation“ um private Unternehmen herum zu basteln und mit einer teilweisen Privatisierung der Bundeswehr zu verbinden. Ich bezweifle, ob das gelungen ist, Mir fällt da als Name „Rudolph Scharping“ ein (Verteidigungsminister von 1998 – 2002, unter anderem fiel in seine Amtszeit der Kosovo-Krieg und erste Auslandseinsätze rein).

Ums „operative Geschäft“ kümmern sich seither privatisierte Bundeswehrunternehmen wie UB Fuhrpark (Leasing von mobilen Militärgütern wie KFZ aller Art und auch Panzer) und der angeschlossene Reparaturbetrieb, der vor kurzem unrühmlich durch die Medien ging und auf Zeit begrenzte Großprojekte wie Herkules treiben die strategische Ziele.

Ich selbst habe geschäftlich beide Beispiele erlebt (Herkules wie UB Fuhrpark ) und kannte so ein paar derer Protagonisten persönlich.
(Quellen: Basiswissen aus Medien, eigene Erinnerungen und Überlegungen, die Gemini-Antwort auf meine Frage nach Waffengattungen, wie immer „getunt“ von mir)


Jetzt bin ich tief betrübt. Dass wir in diesem Lande und in diesem Maße aufrüsten und versuchen wieder „kriegstüchtig“ zu werden, und so bereit sind unser Leben wie unsere Gesellschaft und Zivilisation zu ruinieren, konnte ich mir nie vorstellen.

So sitze ich hier und schreibe mir meinen Frust von der Seele, während militärische Flugkörper über mein mittlerweile kleines Häuschen kreisen. Darunter große Monster, die im Ernstfall massenhaft Tod und industrielle Zerstörung über Menschen bringen werden.

Und erinnere mich an meinen Artikel, in dem ich eigentlich übers „TUNING“ von KI-Artikeln geschrieben habe und in dem ich eine Papst Leo zugeschriebene Aussage zitiert und analysiert habe. Hier nochmal das Zitat von Papst Leo:


„Wir sollten eine Aufrüstung, die Spannungen und Unsicherheit schürt, Investitionen in Bildung und Gesundheit schmälert, das Vertrauen in die Diplomatie untergräbt und Eliten bereichert, denen das Gemeinwohl gleichgültig ist, nicht als ‚Verteidigung‘ bezeichnen.“


Da mir derzeit – je nach Wunsch – zum Weinen oder Kotzen ist, lasse ich diese Aussage hier  einfach mal so stehen.

RMD

Und bedanke mich wieder bei meinem Freund Jolly Kunjappu, dass ich sein schönes Kunstwerk als Titelbild nutzen darf!

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