Meine Gefühle sind mir treu.
Mein Leben lang war ich ein „kopf gesteuerter“ Mensch. Habe mich komplizierten Gedanken und Überlegungen hingegeben. Unendlich lange hin und her überlegt. Philosophie und Geisteswissenschaften mochte ich. Sie sollten mir auf meiner endlosen Suche nach dem „Sinn des Lebens“ helfen. Mathematik und Naturwissenschaften habe ich geliebt. Wegen der Reinheit und Klarheit ihrer Gedanken habe ich sie als Quellen der Wahrheit empfunden. Aufklärung war für mich das A & O allen Denkens.
Das ist vorbei. Mittlerweile vermute ich, dass auch die Wahrheit eine Chimäre ist, die gar existieren kann. Weil sie ein Mischwesen aus wahr und falsch ist.
Deswegen versuche ich die zähen Diskurse des „für und wider“ zu vermeiden, die dann letzten Endes doch nur in „Besserwissen“ und sinnlosem „Rechthaben“, also im Konflikt und Verzweiflung ändern.
Nein ich glaube mittlerweile mehr den Gefühlen. Und empfehle, bei schwierigen Entscheidungen sich in die Probleme auch hinein zu fühlen, und Entscheidung zumindest so zu überprüfen. Gefühle werden am besten von Natur und Kunst genährt. Natur und Kunst liefern Bilder und Musik.
So ist dies ist der erste Artikel, zu dem mich „nur“ Bilder animiert haben. Nicht die Probleme, die mir gerade durch den Kopf gehen, haben die Texte verursacht. Sondern das Versinken in Bilder und Erinnerungen. Dies ist der erste Artikel, zu dem mich „nur“ Bilder und Gefühle animiert haben.
Angefangen hat es am 2. Oktober 2025, als Jolly mir das Titelbild gesendet hat. Ende des Jahres sah es dann anders aus. Und dann kamen die weiteren Bilder, die so toll zusammen passen.
Diese Bilder haben mich an mein Leben erinnert. Vieles hat sich in den Jahren geändert, alles war im Fluß. Was habe ich „gehirnt“, wie vieles hat mich im Laufe der 75 Jahre, die ich ge- und erlebt habe, verändert.
Nur meine Gefühl, die Sehnsucht nach Frieden und Freiheit sind immer gleich geblieben. Wie der Schrei (der Wunsch, das Verlangen) nach Liebe. Ich wollte angenommen werden. Und nicht ausgestoßen.
Als kleines Kind war ich behütet und habe die Liebe gebraucht, um leben zu können. Als Heranwachsender war ich öfters unglücklich, weil ich das Gefühl hatte, zu wenig geliebt zu werden. Später war ich unglücklich, wenn ich verliebt war und die Gegenliebe vermisste.
Dann wurde ich erwachsen und genoß die Liebe der Menschen, die mich umgaben. Jetzt im Alter bin ich froh um die Liebe, die mir treu geblieben ist.

Zu einer Familie mit sieben Kinder sollten noch eine Reihe von Tieren dazukommen. Eigentlich gab es kein Haustier, das wir nicht hatten. Ich liste mal auf
Ob
• Fische • Hamster• Hunde • Igel • Kaninchen • Katzen • Meerschweinchen • Ratten • Schildkröten • Vögel • …
alle waren Teil unseres großen Haushalts in der Waldparkstraße in Riemerling. Es gab wenig, was wir nicht hatten. Sogar ein gerettetes Reh haben wir mal beherbergt, bis wir es fachgerecht zurück führen konnten.
Nur zu so etwas wie einen Krokodil oder Hai haben wir es nie gebracht.

Den Verstand haben wir auch hin und wieder benutzt. Aber er konnte uns nie den Weg weisen. Das „Gehirne“ hat Hobbies und Wünsche generiert, aber meist nur zu Unwichtigem oder Beliebigen geführt. Für Ziel und Weg waren immer die Gefühle zuständig. Wichtig war das Erleben von Liebe und Leben.
Jetzt lebe ich von den verbliebenen Strahlen der Liebe. Was bleibt (von) mir, wenn ich gehen muß?

Den Krokodilen, die alles verschlingen, versuche ich aus dem Wege zu gehen, wie auch den Rattenfängern, die unsere Träume vergiften und uns mit ihrer unendlichen Dummheit, Besserwisserei und Rechthaberei überschütten. Und dabei nur nach Macht und Reichtum, Größe und Einfluß gieren.
Die ihre täglich neue Unredlichkeit zelebrieren und für uns die geistigen Käfige des Selbstverständlichen und der Politik Correctness schon vorbereitet haben. Und nur darauf warten, dass wir uns fangen lassen.
Rattenfänger und Krokodile, das ist nicht meine Welt!
RMD
P.S.
Ich komme aus Augsburg. Der typische Augsburger hat gerne geflucht. Wenn es kompliziert wird, sagt er „Sakra Gehirne“. Oder unfeiner „Sakra Gehirn Wichserei“. Ich meine: Die „Geistige Onanie“ ist ein Problem unserer Tage.
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Das Titelbild wie alle Bilder im Artikel sind von © Jolly Kunjappu.
Danke Jolly! Für die Bilder aber vor allem für die Liebe, die Du mir geschenkt hast 🙂



