Quo vadis – ARBEIT?

Heute möchte ich in diesem Aufsatz ein paar Gedanken als Basis für einen geplanten Beitrag mit der Frage „Quo vadis – ARBEIT?“ der Podcast-Serie von BALDES / DUERRE notieren. Welche essentielle Rolle spielt ARBEIT in unserer Geschichte und Gesellschaft? Warum erscheint vielen Menschen ihre Arbeitssituation überhaupt nicht als „biophil? Was können wir machen, um Arbeit „biophil“ zu gestalten?

Quo vadis – ARBEIT?

Arbeit soll Spaß machen! Das mein ich und glaube ich! Oft und vielen Menschen macht ihre Arbeit aber keine Freude! Muss das so sein? Oder kann man das ändern? Um diese Fragen zu untersuchen, müssen wir uns mit der Entstehung und Entwicklung von Arbeit beschäftigen.

Ich stelle mir das so vor.

Am Anfang stand nicht das Wort sondern das Fressen – die Ernährung. Ich kann da nur auf mein Schulwissen (Anthropologie) zurückgreifen. Da habe ich gelernt, dass der Vorgänger des Wesens MENSCH der Menschenartige war. Diese affen- und Menschen ähnliche Tier waren nach den Erkenntnissen der Forschung in Afrika und Teilen Asiens beheimatet und haben sich durch Sammeln und Jagen ernährt.

Der Menschenartige hat wegen seines großen Gehirns viel Eiweiß benötigt, sein Lebensunterhalt war deswegen nicht einfach. Diesen hat mit „Sammeln und Jagen“ bestritten. Das war der Anfang unserer Arbeit.

In Asien ist der Menschenartige dann ausgestorben, weil es ihm dort zu gut ging. Also durch Dekadenz). Denn in den asiatischen Regenwäldern gab es genug Nahrung. Anders in Afrika. Dort gerieten die Menschenartigen in eine heftige Umweltkrise, die sie rettete. Sie passten sich an, wurden belastbarer und sollten sich so über die Welt verbreiten.

Soweit mein Schulwissen

Die Steinzeit als erster großer Transformationschritt …

Die Ausbeute war gering, die Menschenartigen wurden mehr und so mussten alle arbeiten, um die Ernährung soweit möglich möglich sicher zustellen. Sie wurden zu Menschen. Um die Situation weiter zu verbessern entwickelten die Menschen Werkzeuge und Methoden für die Jagd und entdeckenten das Feuer für die Zubereitung. Arbeiten wurde komplizierter, man musste Techniken und Werkzeuge nutzen lernen. Die Situation verbesserte sich.

So gesehen war die Steinzeit der Beginn unserer Zivilisation.

Es ging weiter …

Die Menschen wurden intelligenter und begannen die Natur zu verstehen. Der Zufall half mit. Die Früchte, die bei den Latrinen wuchsen, waren die größeren. Die Selektion der Samen führten zur mehr Ertrag. Die Menschen beginnen Ackerbau und Landwirtschaft zu entwickeln.

Aus Sammlern und Jägern werden Siedler …

Ackerbau und Viehzucht entwickelte sich, eine Überschuss-Wirtschaft entstand. Die Erkenntnisse (das Know-How) der Landwirtschaft schafften Wohlstand. Ein Teil der Menschen musste sich nicht mehr ausschliesslich für die Ernährung schuften, sondern konnte sich erlauben, das System zu erforschen und sich um Gestaltung der Gesellschaft und die Entwicklung der Zukunft zu kümmern. Organisiertes Gemeinwesen entstand.

Drei von vier Menschen verdienen ihr Einkommen in der Kandwirtschaft. Oft bearbeiten sie als Leibeigene fremden Boden.

Das Zeitalter der Werkzeuge …

Im Mittelalter wurde der Fortschritt „ideologisch“ gebremst. Trotzdem gab es zähen Fortschritt. Das Handwerk hatte goldenen Boden. Freie Städte entstanden. Immer mehr Werkzeuge werden erfunden. Mobilität (Postkutschen-System, Wandergesellen …) und schriftliche Kommunikation (Post, Zünfte) entwickelte sich, der Fortschritt nahm Fahrt auf. Wohlstand – und Dekadenz – entwickelten sich. Der Raubbau an der Natur verstärkt sich. Am Anfang ging das alles noch gemächlich. Dann nimmt das Tempo rasant zu.

Industrie und Aufklärung setzen sich durch …

Die Neuzeit löst das Mittelalter ab. Fortschritt ist die Vorgabe. Natur wird nur noch zur auszubeutenden Lebensgrundlage. Buchhalter und Kaufleute gewinnen an Einfluß. Aus Manufakturen wurden Fabriken. Die Fortschritte bei der Lebensmittelproduktion, Medizin und Hygiene bewirkten eine irrsinnige Vermehrung der Menschen. Die Welt wird kleiner, das Tempo nimmt zu, die Entfernungen wurden kürzer. Jeder Ort der Welt kann plötzlich in überschaubarer Zeit erreicht werden, jeder Quadratmeter auf der Welt trägt Spuren des Menschen. Kommunikation wird wichtig und entwickelt sich. Der Mensch startet sogar mit der Eroberung des Weltraums. Anderseits werden die Arten rasant weniger. Maschinen und Roboter übertreffen den Menschen. Am Anfang nur bei der körperlichen Performance, dann auch wenn es ums denken geht.

Das Anthropozän ist da!

Die Bauern (Landarbeiter) werden immer weniger. Sie werden abgelöst von Fabrikarbeitern und Technikern. Ingenieure legen fest, was wie gemacht wird. Die Dinge überschlagen sich. Normen, Kennzahen und Bewertungs-Arithmetrik entsteht. DIN und REFA legen fest, wie Welt sein muss und funktionieren soll . Das Leben wird zum Algorithmus eingedampft. Aus Stabilität wird Wandel. Das Zeitalter der Disruption beginnt. Der schwarze Schwan wird zur Metapher. Systeme beherrschen die Welt. Die Menschen verlieren sich. Zivilcourage und konstruktiver Ungehorsam werden zu primären Werten,  Resilienz und Antifragilität fordert man ein. Die akkumulierte fossile Verbrennung, die allgegenwärtige und die Zerstörung des Boden werden zur ernsten Bedrohung. Der Planet wird wärmer, man beginnt die Umwelt-Katastrophe zu fürchten.

Die Atombombe wird erfunden.

Waffen werden erfunden, mit denen es möglird, die Menschheit zu vernichten. Hunderte von Mathematiker arbeiten daran. Sie schaffen in „Handarbeit“ die mathematischen Voraussetzungen für die Kernspaltung. In Grossraumbüros rechnen sie Teilaufgaben, die dann in anderen Großraumbüros zusammengefasst werden. Mathematik-Fabriken entstehen. Die Gehälter sind gut, ist die Arbeit wieder. Die Kaste der rechnenden Mathematiker wird Computer abgelöst. Die Waffen werden auch eingesetzt.

Prozesse und Abläufe übernehmen Leben und Gesellschaft.

Die Arbeiter des industriellen Zeitalters werden abgelöst durch „weisse-Kragen-Berufe“. Die meisten Menschen arbeiten am Schreibtisch – und bald am Bildschirm des Computer. Die großen Gewinne werden im Finanzbereich (Banken und Versicherungen) gemacht. Software (ein immaterielles Gut) wird immer wichtiger. Einige wenige Konzerne verändern die Welt. Überwachung wird automatisiert.

Das Rad dreht sich immer schneller.

Die Digitalisierung beschleunigt weiter. Jetzt werden die großen Vermögen durch Kommunikation und Automatisierung geschaffen. Alltagsverfahren werden revolutioniert! Kommunikation und Computer werden eins (siehe PAYPAL!). Die E-Mail-Adresse wird zum gebührenfreien und einfach zu nutzendem Konto. Waren aller Art werden bei Amazon bestellt und werden wenig später an die Haustür geliefert. Günstige Preise werden bei Check24 „gecheckt“, Schnäppchen bei ToGood2Go gefunden. Wikipedia ersetzt das den altehrwürdigen Brockhaus, Reisen aller Art auf dem Handy geplant und dann auch gleich das Beförderungsmittel und Hotel gebucht (und bezahlt). Wirtschaft und Gesellschaft verändern sich wieder einmal.

Der Wandel hatte und hat Auswirkungen auf die Arbeitswelt.

Zusammengefaßt: Als die Zeit des Sammelns und Jagens vorbei war, wurden wir zu Bauern oder Sklaven. Nur Handwerkern und Priestern ging es ein wenig besser. Reich werden konnte man nur, wenn man Mitglied einer feudalen Kaste (Beamte, Adel …) oder als Kaufmann oder Bankier erfolgreich war.

Bauer war ein über Jahrtausende zwar schlecht bezahlter Job, der aber zumindest sicher zu sein schien. Ab der zweiten Hälfte des vierten Jahrfünfhundert verloren jedoch die Landarbeiter massiv ihren Jobs. Von ursprünglich einem 80 % ging es runter auf unter 10 %, Die war en Hunger und Elend. Die Menschen mussten auswandern, um zu überleben. Aufstände und Kriege waren Folgen. Beispiel seien die deutschen Bauernkriege genannt (1524 – 1526, näheres dazu gibt es unter anderem bei Gemini).

Mit Folgen.

Die Disruptionen in der Geschichte brachten neue Arbeitsplätze. Nachgefragt wurden jetzt körperlich hart arbeitende Arbeiter. Die wurden später  zu Angestellten. Jobs wurden weniger sicher. Gewerkschaften entstanden. Mit dem technischen Fortschritte gab es weitere disruptive Veränderungen auf den Arbeitsmärkten. Oft überraschend verloren ganze Berufsstände schlagartig ihre Arbeit: Mit den gewohnten Folgen. Beispiele sind die Spinner und Weber oder Schriftsetzer. Alles ging immer schneller.

Das Zeitalter der Akademiker.

Die Zeiten änderten sich. Bildung schien zur Garantie für gut bezahlte Beschäftigung zu werden. Besonders die MINT-Berufe sollten lebenslänglich ein gutes Einkommen. Man musste nur technisch auf dem laufenden bleiben, dann hatte man die Aussicht auf ein gutes Einkommen. Und für den Rest des Eistenz sollten Sozialversicherung sorgen.

Der große Irrtum.

In meiner Jugend ging man davon aus, dass man nur das Fleißig sein musste und das „richtige Studieren“ musste um eine Familie ernähren und seine Miete bezahlen zu können. Ein Diplom (heute Master) musste man erarbeiten oder noch besser, „einen Doktor machen“. Am besten in einem MINT-Fach. Dann würde man niemals in die eine prekäre Situation kommen.

Informatik war dabei herausragend. Wir selbst wurden Programmierer. Status Dipl.-Mat./INF. Uns wurden Traumgehälter gezahlt. Das Gründen von Firmen war ein Kinderspiel. Den Porsche gab es zum Nachtisch. Der Arbeitsmarkt schien sich auf die Seite der Anbieter von Arbeit zu schlagen.

Denkste!

Die Zeiten ändern sich.

Es gibt verschiedene Ursachen, dass die Zeiten zumindest in Europa die Zeiten schlechter werden. Und das mit der Bildung auch nicht mehr funktioniert:

  1. Arbeit wird immer teurer.
    Die Arbeit wird zu sehr durch Steuern und Sozialversicherungen belastet. Dies gilt besonders für die Menschen in EuropaHier zwei Beispiele:

    1. Menschen zahlen Einkommenssteuer, Roboter nicht
    2. viele Sozialversicherungen werden überwiegend aus dem Einkommen aus Erwerbstätigkeit finanziert.
  2. Die Globalisierung der Welt und des Wissens
    1. Um wettsbewerbsfähig zu sein, braucht es eine gute Ausbildung,
    2. Heute kann überall alles lernen
    3. Der Schweinezyklus gilt orts- und zeitunabhängig.
      Alle werden das lernen, was man gut verkaufen kann. Und das Angebot steigt.
      Sie werden jetzt sagen, dass eine globale Welt eben auch ihre Nachteile hat.
  3. Wir erzeugen viel zu viel Abfall (waste).
    1. real:
      Allerorten erzeugen und verbreiten wir Müll, der uns doppelt teuer zu stehen kommt (Erzeugung und Entsorgung).
    2. virtuell:
      Fragwürdige Regeln, Prozesse, Vorschriften und Gesetze erhöhen die Transaktionskosten wesentlich. Dies besonders schlimm aktuell in Europa.
  4. Konkurrenz durch Maschinen (der Fortschritt)
    1. Robotor und Computer sind leistungsfähiger als der Körper und der Verstand eines Menschen. Sie substituieren menschliche Arbeit.

In einer globalen Welt kann jeder überall alles Lernen. Dank 4.) wird Lernen sehr billig werden. Man muss nur noch Lernen wollen und fleißig sein. Eigentlich braucht Schule nur noch Schule für die Wissens-Bulimie. Und dazu ist Wissen zu schade. Das großartige Wikipedia gibt es gerade 25 Jahre und ist schon wieder gnadenlos veraltet! Jeder kann auch überall alles verkaufen. Nur die Ansprüche, Regeln, Sitten und Gebräuche sind unterschiedlich.

Letzteres 4.) könnte ja die Chance sein, nicht mehr Arbeiten zu müssen. Und die Utopie eine Versorgung aller Menschen durch ein „bedingunsloses Grundeinkommen“ und ein Grundrente zu realisieren. Wenn nicht die Kosten durch 2.) und 3.) und auch 1.)  hoch wären.

Die Folgen.

Der Wandel findet weiter statt. Er wird weltwelt Realität. Besonders schlimm scheint es Europa. Weil wir die Gewinner der Geschichte waren. Und fett und behäbig geworden sind. Wie der Menschenaffe in Asien. Und jetzt geht es abwärts. Zumindest äußerlich betrachtet. Wir werden zu den Verlierern.

Angst geht in Europa um.

Angst schadet immer. Besonders wenn sie getrieben wird vom Neid und sich mit Missgunst paart. Und so dem Hass Tür und Tor öffnet. Und wohl unvermeidlich zur Gewalt führt! In den Konflikt und den Krieg. Und dann es abgeht mit Zerstörung und Grausamkeit ins Elend.

Biophilie kann helfen

Ich gehe davon aus, dass alle Menschen sich wünschen in Zufriedenheit ein „glückendes Leben“ zu führen
(Vorsicht: das heißt nicht nur einfach glücklich zu sein). Für ein glückliches Leben brauchen wir wenig, das gleichzeitig unendlich viel ist:

  • Wir leben das Leben.
  • Wir respektieren die Schöpfung und realisieren einen wirtschaftlichen Kreislauf ohne waste.
  • Wir realisieren Bescheidenheit, Gelassenheit, Souveränität, Bodenständigkeit und Demut
    (denn der Schwerpunkt liegt nicht auf Materiellem).
  • Wir senden und empfangen Respekt und Wertschätzung
  • Wir geben Liebe ab und empfangen sie.
  • Biophilie wird uns dann Wahrheit und Schönheit vermitteln
    und
  • uns helfen so zu leben, dass eine demokratische Gesellschaft auf Augenhöhe gelingen kann.

Hier habe ich einige positive Werte aus meiner Welt aufgeführt. Wahrscheinlich gibt es noch viel mehr. Aber jeder für sich auf die Suche gehen.

Es wird nicht einfach werden. Aber gemeinsam und miteinander können wir es schaffen.
NUR: Gegeneinander werden wir scheitern.

Ich bin hoffnungsfroh und hoffe es zu bleiben 🙂

Lieber Wolfgang, ich freue mich auf den oder die Podcast’s, in dem ich mit Dir über all das sprechen kann!

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